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Von Wiebke aus Kaiserslautern

Bevor man das erste Mal Mama wird, steht man sich gerne in Gedanken vor, was für eine Art von Mama man wohl werden wird.

Jede Mutter weiß, dass all diese Ideen spätestens dann aus dem Fenster geworfen werden, wenn die Krankenschwester dir dein erstes Kind in die Arme legt. Dir wird klar, dass es am Anfang nur ums pure Überleben geht. Und erst nach einer Weile tust du dann das, was für dich und dein Baby richtig und gut ist. Je länger du Mutter bist, desto weniger kümmert es dich, was andere Leute denken und desto mehr verlässt du dich auf deine Instinkte und auf deinen Bauch.

Heute weiß ich, worauf es ankommet aber als ich mit meinem ersten Kind schwanger war, da hatte ich noch viele waghalsige Vorstellungen davon, wie ich meine Kinder großziehen werde und welche Art von Mutter ich sein würde. Als das „erste Mal Mama“ (EMM) wusste ich, dass meine Kinder ganz besonders sein würden, und ich würde mich deswegen gaaaanz anders verhalten als alle anderen. Ich würde die perfekte Mama sein und meine Kinder würden stets nur das beste bekommen.

Tja und nun sieht die Sache etwas realistischer aus und zu gerne würde ich die Zeit nochmal zurück drehen um mir selbst (der EMM Wiebke) etwas zu sagen: Halt die Klappe, verdammt!!

Ernsthaft, EMM Wiebke, du wirst bald schnell merken, dass du keine Ahnung hast, was du da tust! Dinge, von denen du dachtest, dass sie wichtig sind, sind es nicht, und Dinge, von denen du dachtest, dass sie einfach sind, werden dich quasi „zerstören.“ Also steig von deinem hohen Ross ab. Du bist nichts besonderes. Und auch du wirst eine Million Fehler machen, genau wie alle anderen Mütter da draußen auch. Oh, und diese Mütter da draußen, die sich perfekt benehmen? Sie lügen! Sie sind genauso verloren wie du.

Bei den folgenden 9 Punkten hätte ich damals lieber die Klappe halten sollen!

1. EMM Wiebke: Ich werde die Kindern NICHT die Sesamstraße gucken lassen! 
Ernsthaft? Zahlen, Formen, Farben, Freundschaft – das klingt für mich mittlerweile super lehrreich! Alles ist besser als dieser nervige Paw Patrol Kram, den meine Kinder nämlich mittlerweile ständig gucken wollen.

2. EMM Wiebke: Ich werde meinen Kindern nie das Handy oder das iPad geben, wenn wir in einem Restaurant sind.
Wir haben es versucht. Das haben wir wirklich. Wir haben sogar für eine lange Zeit aufgehört, in Restaurants essen zu gehen. Aber manchmal will ich einfach nicht kochen. Und so ich fing an, meine Lieblingsrestaurants zu vermissen. Aber eine Stunde damit zu verbringen, zwei Kleinkinder zum Sitzen zu bringen, ruhig zu bleiben und ihr Essen zu essen, ist nicht entspannend. Wenn wir in ein Restaurant gehen, um Geld für Essen auszugeben, will ich es in Ruhe essen können. Ich möchte mein Essen genießen, anstatt es einfach in meinen Mund zu schaufeln, zwischendurch ein Kleinkind vom Tisch zu ziehen, Milch aufzuwischen, die über den ganzen Boden gegossen wurde, und mich bei dem Paar am Tisch neben uns zu entschuldigen, das uns den Todesblick gibt, während unsere Kinder sich wie wilde Affen verhalten. Also schließen wir diese Kinder jetzt an die Handys an und lassen die Bildschirme sie babysitten, während wir ein Erwachsenengespräch führen können und unser Essen esse können, solange es noch heiß ist.

3. EMM Wiebke: Ich werde die Fernseh-Zeit auf weniger als eine Stunde pro Woche beschränken.
Du wirst dich deswegen so lange schuldig fühlen. Mach einfach weiter und komm darüber hinweg. Das wird nicht passieren, Wiebke!

4. EMM Wiebke: Ich werde meine Kinder nicht in meinem Auto essen lassen.
Hahahahahahahaha! Hast du deinen Kombi in letzter Zeit mal von innen gesehen?! Ich bin mir ziemlich sicher, dass dein Volvo nicht mit einem orangenen Teppich geliefert wurde, stimmt’s? Richtig, das ist nämlich eine dünne Schicht zerdrückter Goldfisch-Cracker.

5. EMM Wiebke: Ich werde Stoffwindeln benutzen.
Sicher wirst du das. Außer, wenn dein Baby einen Monat zu früh geboren wird, eine Woche auf der Neugeborenenintensivstation verbringt, Probleme beim Stillen hat und du mit zu wenig Milch zu kämpfen hast… Stoffwindeln werden das Letzte sein, woran du denkst. Geh schon mal los und kaufe Aktien von Pampers.

6. EMM Wiebke: Ich werde ausschließlich stillen.
Bei einer zu geringen Milchmenge kannst du dir vorstellen, wie das für mich ausgegangen ist. Nein. Und das ist in Ordnung.

7. EMM Wiebke: Ich füttere meine Kinder nur mit biologischen, unverarbeiteten, frischen Lebensmitteln.
Und genau das tust du – im ersten Jahr. Aber du wirst es spätestens dann bereuen, wenn dein Sohn seine Nase bei einfachen Mahlzeiten wie gefrorener Lasagne, Dosensuppe, Nudeln oder Pommes rümpfen wird.

8. EMM Wiebke: Ich werde mein Haus nicht von den Spielsachen meiner Kinder übernehmen lassen.
Ja.. Dein Haus sieht wie eine Kindertagesstätte aus. Noch Fragen?

9. EMM Wiebke: Ich werde meine Kinder nicht mit laufenden Nasen herumlaufen lassen.
Das hat mich früher echt so sehr gestört. Ich habe einfach nicht verstanden, warum eine Mutter ihr Kind mit Rotz im Gesicht rumlaufen lässt. Pfui! Nun, jetzt weiß ich es. Denn für eine laaaaaange Zeit im Jahr wird dein Kind immer eine laufende Nase haben. Es gibt nicht genug Taschentücher für diesen Mist, und selbst wenn, du bist sowieso schon schwer genug damit beschäftigt, das andere Ende des Kindes abzuwischen!

Was waren die Dinge, von denen du dachtest, dass sie als EEM super wichtig wären? Schüttelst du auch bei vielen Sachen den Kopf? Willkommen im Club 🙂

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