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Spielen ist etwas Tolles. Gemeinsames spielen erst Recht. Wir bekamen die Gelegenheit ein Interview mit Pädagogin, Autorin und Fisher-Price Expertin Uta Reimann-Höhn zu führen, weil uns zum Thema „Spielen“ ein paar Fragen auf den Nägeln brannten.

1. Sollten Eltern immer mitspielen oder sollte ein Kind sich auch alleine beschäftigen?

Das gemeinsame Spiel zwischen Eltern und ihren Kindern ist ein ganz wichtiger Baustein in der Entwicklung. Dabei wird eine Bindung aufgebaut und die Kinder lernen viel dazu. Aber natürlich haben Eltern nicht ständig Zeit, sich mit ihrem Kind zu beschäftigen. Und es tut Kindern auch nicht gut, rund um die Uhr „bespaßt“ zu werden.

Kinder müssen sich sicher fühlen, sie brauchen eine Bezugsperson und Anregungen. In so einer positiven Umgebung können Sie durchaus schon früh lernen, selber Dinge auszuprobieren und zu entdecken, ganz ohne die Hilfe der Eltern. Dieses „alleine spielen“ dauert anfangs nur wenige Minuten, sollte aber mit zunehmendem Alter auch über eine längere Zeitspanne möglich sein. Klare Absprachen oder Vereinbarungen helfen dabei, beispielsweise: „Wir bauen jetzt noch einmal den Turm zusammen auf, dann muss ich aber etwas anderes machen. Du kannst gerne alleine weiterspielen.“

2. Ab welchem Lebensjahr beginnt das „alleine spielen“? Können das schon kleine Babys? Woran können Eltern sich orientieren?

Schon Babys können sich für eine kurze Zeit selber beschäftigen, beispielsweise mit einem Beißring, einer Rassel oder einer Spieluhr. Spannende Spiele für Kinder zwischen ein und zwei Jahren sind Steckspiele, eine Puppe oder ein großes Auto zum Herumfahren. Ab zwei Jahren werden dann Bilderbücher interessant, erste Puzzle, Wimmelbücher oder Verkleidungsspiele. Dann folgen Rollenspiele ab circa drei Jahren und erste Brettspiele. Außerdem werden andere Kinder als Spielpartner immer interessanter.

3. Sollte man eingreifen, wenn Kinder sich im Spiel streiten? Zum Beispiel um Spielzeug?

Streit zwischen Kindern ist ganz normal. Dabei lernen sie, ihre eigenen Bedürfnisse zu artikulieren, sich abzugrenzen und ihre Interessen durchzusetzen. Allerdings müssen alle Kinder lernen, nach welchen Regeln Streit funktioniert. Erwachsene sollten also streitende Kinder durchaus beobachten und immer dann eingreifen, wenn ein starkes Ungleichgewicht entsteht, beispielsweise durch Gewalt. Je älter das Kind ist, desto eher kann es Streitregeln verstehen und auch selber umsetzen.

 

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