In einer repräsentativen Studie in Kooperation mit dem Meinungsforschungsinstitut forsa wurden 1.000 Eltern mit Kindern im Alter von 0-4 Jahren zu positiven Überraschungen am Elternsein und zu Zweifeln und Druck der auf Eltern ausgeübt wird, befragt.

Als ich die Ergebnisse der Studie, auf die ich später noch eingehen werde, las, wurde mir einiges klar. Wir Mamas und auch Papas zweifeln viel zu viel an uns. Wir Mamas hören immer weniger auf unser Bauchgefühl, dabei wäre das doch so verlässlich, schließlich ist unser Kind in diesem Bauch gewachsen. Doch warum sind wir so verunsichert? Woher kommt der Druck? Und genau aus diesen Fragestellungen heraus, ist diese neue Studie so interessant für mich gewesen, so dass ich sie unbedingt mit euch teilen möchte.

1000 Eltern wurden also zu den Erwartungshaltungen befragt und nun haltet euch fest:

  • Fast drei Viertel der Eltern (70 Prozent) sind der Meinung, dass die Erwartungen, die heutzutage an Eltern gestellt werden, höher sind als in der Generation ihrer eigenen Eltern.

70 % aller befragten Eltern sind dieser Meinung und ich stimme dem zu. Das Gefühl, dass wir heutzutage auf viel mehr achten müssen und das der Erwartungsdruck enorm hoch ist, kommt auch mir als Mama sehr bekannt vor.

Doch, woran kann das liegen?

Werfen wir bei der Begründung einen Blick auf die Ergebnisse der befragten Eltern:

  • Drei Viertel der Eltern (76 Prozent) stimmen der Auffassung zu, dass in den Medien heutzutage eine idealisierte Vorstellung vom Elternsein verbreitet wird.

Da ist was dran, oder? Werbespots von glückseligen Eltern, die allesamt nur gute Laune und Nächte voller Schlaf und morgendlichem Baby-Glucksen um sich herum haben, flimmern täglich vor unseren Augen. Die Mütter sehen immer gut aus, die Haare sind perfekt gestylt und der After-Baby-Body ist noch perfekter als vor der Schwangerschaft. Diese Ideale gaukeln uns ein völlig falsches Bild vor und nur zu gut kann ich die frischgebackenen Eltern verstehen, die dadurch verunsichert werden.

Hinzu kommt das direkte Umfeld der Eltern. Denn:

  • Fast ein Viertel der Eltern (23 Prozent) empfinden den Druck im direkten Umfeld durch Freunde und Bekannte als besonders hoch.

Krabbelgruppen, Babytreffs und Pekip-Kurse: Sobald Mütter auf andere Mütter treffen, geht das Bashing los: „Waaaaaas, du stillst nicht?“ „Wirst du dein Gemüse dämpfen?“ „Ach, du hattest einen Kaiserschnitt, wie schade für dich und das Kind.“ Egal, wie man es macht, es ist immer verkehrt. Ich frage mich, warum Frauen nicht einfach zusammenhalten. Ich werde es nie verstehen…..

Für mich ist es jedenfalls kein Wunder, dass:

  • Über zwei Drittel der Eltern (69 Prozent) fühlen sich manchmal in ihrer Elternrolle überfordert. Dies gilt häufiger für Mütter (75 Prozent) als für Väter (63 Prozent).

69 % ist eine sehr große Zahl, überlegt euch das mal. Das ist alarmierend. GOTT SEI DANK gaben die befragten Eltern der Studie noch folgendes zu Protokoll:

  • Bei allem Druck und allen Zweifeln, empfinden Eltern große Bestätigung durch die positiven Momente mit ihren Kindern, vor allem, beim gemeinsamen Kuscheln (86 Prozent) oder wenn ihr Kind sie anlächelt und freudestrahlend auf sie zukommt (je 83 Prozent).

Ihr seht: Da ist noch Hoffnung! Wir dürfen uns nicht diktieren lassen, was gut oder nicht gut für das eigene Kind ist. Natürlich sind wir uns einig, wenn es um eine gewaltfreie und liebevolle Beziehung geht, die MUSS ganz klar sein ABER ob wir unser Kind nun Langzeitstillen oder die Flasche geben oder ob wir nun dämpfen, pure Brokkoli-Röschen verteilen oder Gläschen verwenden: Wir dürfen uns nicht durch andere verunsichern lassen. Insofern ist diese Pampers Studie ein ziemlich genaues Abbild unserer heutigen Eltern-Generation und sie ist so wichtig, damit wir selbst nicht unter dem Druck von Außen leiden. Denn das wäre fatal, denn unsere Kinder brauchen Beständigkeit, Fröhlichkeit und vor allem ein sorgloses Leben und wenn die Eltern sich so viele Gedanken um die Außenwirkung machen müssen, dann sind sie weniger mit ihren Gedanken beim Kind. Macht Sinn, oder?

Worüber zerbrechen sich Eltern also im Detail ihren Kopf? Seht selbst:

Nun kann man die Gedanken ja auch nicht ausstellen aber 71 % aller Befragten zweifeln daran, ob sie in der Kindererziehung alles richtig machen. Das ist erschreckend und genauso erschreckend sind die 53 %, die sich darüber den Kopf zerbrechen, wie andere Familien es schaffen und alles unter einen Hut bringen. Social Media sei Dank: Da wird uns DAS PERFEKTE Familienbild ja präsentiert. Ob das wirklich immer alles so perfekt ist, wage ich zu bezweifeln aber zumindest reicht es aus, um andere Menschen zu verunsichern.

Woher kommt die Haltung, dass wir heute das Gefühl haben, wir müssten viel mehr leisten als unsere Eltern-Generation?

Ja und genau da sehen wir es doch: Zum einen wird von uns erwartet, dass wir möglichst wenig krank im Job sind und nach Möglichkeit auch 200 Überstunden pro Woche leisten. Ein WITZ sind die bezahlten Kinder-Krankentage. Da Frauen eben auch gerne arbeiten wollen und das früher eher noch die Ausnahme war, ist klar, dass uns das auch mehr stresst. ABER: 23 % von 1000 befragten Eltern geben an, dass sie die Erwartungen an eine geeignete Frühförderung des Kindes an sich zweifeln lassen. Das ist ein Trend, der mich total nervt: Zweijährige nehmen Mandarin Unterricht, es werden Instrumente an Dreijährige verteilt, die dazu vielleicht gar keine Lust haben UND der Kindergarten wird danach ausgesucht, wieviele Förderungen dieser anbieten. Leute, reicht es nicht einfach KIND sein zu dürfen? Mit anderen Kindern spielen, toben und sich selbst entdecken, DAS reicht doch. Musikinstrumente und besondere Begabungen kann man ja fördern, sobald das Kind aktiv Interesse zeigt aber muss es denn schon vorher sein? Ich finde nicht.  13 % glauben (Überlegt euch mal bitte, dass sind 130 Eltern!!), dass sie DAS PERFEKTE Kind haben müssen. Mir fehlen die Worte. Wer definiert bitte PERFEKTION? JEDES KIND ist perfekt. Ende der Durchsage.

Woher kommt diese Prägung? Jetzt bin ich aber gespannt:

Meine Hebamme sagte damals zu mir: „Steffi, ob du nun stillst oder nicht, diese Tatsache macht aus deinem Kind keinen guten Menschen. Dafür sorgst du ob nun mit oder ohne Muttermilch!“ Ich finde, ich hätte definitiv mehr auf sie hören sollen, anstatt heulend Zuhause zu sitzen, weil man ja STILLEN MUSS und JEDE FRAU STILLEN kann. So sagten mir das jedenfalls die anderen Spielplatz Mamas.

Widmen wir uns zum Schluss den POSITIVEN Glücksmomenten, die mit Kindern gratis ins Haus flattern.

Freunde, wir sind noch nicht verloren, denn egal, wie verunsichert wir werden/sind, die gemeinsame Kuschelzeit oder ein zahnloses Babylächeln machte alles wieder gut. Ich fänds nur mega cool, wenn wir wieder mehr auf unseren Bauch hören könnten, denn dann sähe so eine Studie vielleicht schon bald ganz anders aus. Danke Pampers für diesen zugegebenermaßen  erschreckenden Einblick.

 

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