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Ein Gastbeitrag von Lea aus Mannheim.

in unserem trubeligen Alltag zwischen Sportkursen, Nachhilfe, Familientreffen und Kindergeburtstagen kommen wirklich intensive Gespräche zwischen mir und den Kindern leider zu kurz. Die Tage, an denen wir abends noch viel Zeit hatten, weil unsere Kinder jeweils noch in den Kindergarten gingen, sind endgültig vorbei. Vorbei sind die Tage, an denen wir uns alle um den Wohnzimmerteppich herum versammelten um zwei Kleinkindern dabei zuschauen zu können, wie sie fröhlich vor sich her spielten. Die Schulzeit hat uns massiv in den Anspruch genommen und sie fordert viel ehemals freie Zeit von uns ein.

Wir haben weniger Zeit für uns als Familie. Die Kinder müssen zeitig ins Bett und nach der Schule müssen Dinge wie Hausaufgaben und co. erledigt werden. In der begrenzten Zeit, die uns am Abend bleibt, habe ich mir im Laufe der Zeit angewöhnt, meinen Kindern immer dieselben drei Fragen zu stellen. Ich fand nämlich heraus, dass die Frage : „Na, wie war es in der Schule heute?“ nur zu einer „Wie immer!“-Antwort führte. Dank meiner drei Fragen konnten meine Kinder nicht direkt wissen, welche Schlussfolgerungen wir als Eltern daraus ziehen können oder welche subtilen Hinweise wir dadurch aufgreifen können. Ich lasse sie nie ins Detail gehen, wenn sie es nicht wollen, aber ich höre gerne zu, wenn sie es tun. Ich würde nie nach noch mehr Informationen bohren, aber ich bin eine Meisterin darin, stillschweigend darauf zu warten, ob doch mehr Infos aus ihnen heraus sprudeln.

Ich erzähle euch zunächst mal, wonach ich NICHT frage, wenn meine Kinder aus der Schule kommen. Ich frage sie fast nie nach dem Ergebnis eines Tests oder einer Klassenarbeit. Ich vertraue meinen Kindern einfach, dass sie mich auf dem Laufenden halten werden. Sie erzählen mir eigentlich immer, wie sie in der Schule stehen. Es ist nicht so, dass mich ihre Noten nicht interessieren würden, ganz im Gegenteil ABER wenn meine Kinder mir von der Schule berichten, dann möchte ich als ihre Mama auftreten und nicht als ihre Lehrerin.

Ich möchte als ihre Beschützerin und als ihre Vertraute auftreten. Ich bin ihr Fels in der Brandung und meine wichtigste Aufgabe, neben der Tatsache dass ich ja auch die Grundbedürfnisse befriedige, ist etwas ganz anderes: Ich möchte dafür sorgen, dass sie glücklich sind. Wir leben in einer Welt, die so anonym geworden ist, dass es mich manchmal erschreckt. Keiner weiß, wie es dem anderen wirklich geht. Es kommt so oft vor, dass Menschen total isoliert leben und keiner da ist, der mal nachfragt, wie es demjenigen eigentlich geht. Ich möchte meinen Kindern beibringen, dass niemand auf dieser Welt sich alleine fühlen muss. Ich möchte, dass sie lernen, wie man auf Menschen zugeht, denen es vielleicht an Hilfe mangelt. Ich wünsche mir, dass sie lernen, wie man zwischen den Zeilen lesen kann und das sie auch heraushören können, was jemand sagt, ohne dass er es direkt ausspricht.

Also, die drei Fragen, die ich beiden Kindern nahezu jeden Tag stelle, sind folgende:

Mit wem hast du heute auf dem Spielplatz gespielt?
Worüber habt Ihr heute beim Mittagessen/Frühstück in der Schule gesprochen?
Was war das Mutigste, was du heute getan hast?

1. Mit wem hast du heute auf dem Spielplatz gespielt?

Was ich aus diesen Fragen heraushören kann, ist:

– Spielen sie überhaupt in den Pausen mit anderen Kindern?
– Haben sie das Gefühl, Teil einer Gruppe zu sein oder fühlen sie sich eventuell einsam?
– Spielen sie immer mit den gleichen Freunden oder finden sie auch mal neue Freunde?
– Bewegen sie sich in den Pausen genug? Oder bewegen sie sich evtl. zu viel, so dass sie zu müde sind?
– Sind sie glücklich?

2. Worüber habt ihr heute beim Mittagessen/Frühstück in der Schule gesprochen?

Was ich aus diesen Fragen heraushören kann, ist:

– Neben wem haben sie beim Mittagessen bzw. Frühstück gesessen?
– Unterhalten sie sich mit anderen?

– Lächeln sie, während sie über das Mittagessen berichten?
– Wie gehen sie damit um, wenn die besten Freunde mal woanders sitzen?
– Sind sie glücklich?

3. Was war das Mutigste, was du heute getan hast?

Was ich aus dieser Frage heraushören kann, ist:

– Haben sie heute etwas Neues ausprobiert?
– Gehen sie auch mal Risiken ein?
– Ist Freundlichkeit Teil ihrer Mut?
– Ist Mitgefühl Teil ihrer Mut?
– Sind sie selbstbewusst?
– Sind sie glücklich?

Mama zu sein ist mit Abstand der schwierigste Job, den ich je hatte. Die schlaflosen Nächte, die ständige Sorge, die Angst, ob man auch wirklich alles richtig macht, ihr kennt das. Diese drei Fragen, bieten mir die Möglichkeit, genau dies überprüfen zu können. Sie lassen mich wissen, wann wir „auf Kurs“ sind und wann wir eine Umleitung einschlagen müssen. Sie sind oft der Ausgangspunkt für ein intensiveres Gespräch. Ich dachte, ich erzähl euch das mal. Probiert es doch mal aus.

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