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Mein Name ist Julia, ich bin Mutter von zwei Kindern. Ich lebe mit meiner Familie in Wildeshausen bei Bremen.

Ich möchte heute meine Gedanken mit euch teilen, vielleicht erging es euch ähnlich wie mir…..

Als mein Arzt mir verriet, welches Geschlecht mein kleiner Bauchbewohner hatte, ging es direkt mit der Frage: „Wie soll unser Baby heißen? “ los.

Der Name meines ersten Sohnes war ein einfaches Unterfangen: Gustaf, der Name meines geliebten Opas mütterlicherseits, der leider wenige Jahre zuvor gestorben war. Gustaf sollte zwei Vornamen bekommen aber sein zweiter Vorname stellte uns vor eine Herausforderung. Zuerst dachte ich daran, ihn vielleicht nach meinem Opa väterlicherseits zu nennen, aber dann war da noch der Opa meines Mannes, mit dem mein Mann eine sehr enge Beziehung hatte.

Naiv wie wir waren, teilten wir diese Gedanken mit den Familienmitgliedern. Jeder hatte eine eigene Meinung zu dem zweiten Vornamen – und diese Meinung mussten sie uns auch ungefiltert mitteilen. Ich habe das bis zu einem gewissen Grad verstanden: Wenn man von geliebten Familienmitgliedern spricht, die bereits verstorben sind und schmerzlich vermisst werden, dann kommt es eben dazu, dass diese Namen genannt werden. Allerdings hatte ich die Tatsache unterschätzt, dass einige Familienmitglieder ernsthaft darauf beharrten, welche Namen wir (die Eltern!) nun auswählen würden.

Wir gaben Gustaf schließlich den Namen meines Opas mütterlicherseits als zweiten Vornamen. Zum Teil, weil uns dieser Name am besten gefiel (Benjamin) aber zum Teil leider auch, weil wir extremen Druck ausgesetzt waren…….

Damals ahnte ich noch nicht, das dieses Babynamensdrama ein erster Vorgeschmack auf das Einmischen der Familienmitglieder sein würde, sobald das Baby auf der Welt war. Vom Schlafen über das Stillen bis hin zur Wahl des Kinderwagen, jeder aus der Familie hatte eine Meinung zu den jeweiligen Themen und sie schienen nur darauf zu brennen, sie uns mitzuteilen. Natürlich ungefragt, versteht sich.

Mit der Zeit entwickelte ich eine dickere Haut und ich fühlte mich mit meinen eigenen Entscheidungen stetig wohler, egal welche Meinungen um mich herum geäußert wurden. Vielleicht war ich ein wenig zu zuversichtlich, denn als es an der Zeit war, unserem zweiten Kind einen Namen zu geben, machte ich den gleichen Fehler wieder – Ich habe Familienmitglieder in die Namensdiskussion mit einbezogen.

Warum hatte ich nicht aus dem ersten Mal gelernt?

Diesmal dachten wir nicht mal daran, unser Kind nach jemandem zu benennen, der bereits verstorben war. Wir haben lediglich versucht, uns einen schönen, einfachen Namen für unser Baby auszudenken. Nichts außergewöhnliches wie Bruno oder Cedric, nichts Seltsames wie Kunibert oder Lynhartt. Wir hatten die Wahl zwischen Paul, Flynn und Noah. Worüber könnte man sich hier also streiten?

Wir haben uns am meisten zu Noah hingezogen gefühlt. Wir haben unzählige Nächte damit verbracht, unserem älteren Sohn die Geschichte von der Arche Noah vorzulesen. Später beschäftige ich mit der Herkunft des Namen Noah und fand heraus, dass der Name aus dem hebräischen stammt und „Der Ruhebringer“ heißt! Als ich meine Augen schloss und spürte, wie sich das Baby bewegte, kam er mir wie ein „Noah“ vor. Manchmal haben Mütter einfach diesen sechsten Sinn, das kennst du bestimmt auch, oder?

Noch war nichts in Stein gemeißelt und wir erwähnten „Noah“ lediglich beiläufig, wenn wir bei unseren Familien zu Gast waren. Manche fanden den Namen echt super. Einige verhielten sich irgendwie neutral. Und einige hassten ihn. Es war nicht nur dieses „Ich mag diesen Namen nicht sonderlich“, sondern es war ein belehrendes „Bitte nennt das Baby nicht so!“

Ich habe nicht einmal hinterfragt, warum sie das sagten, oder was um alles in der Welt falsch an diesem Namen war. Ich fühlte mich so mies nach ihrer Reaktion, dass ich mich entschuldigte, vom Tisch aufstand und mich im Badezimmer einschloss und heulte.

So im Nachhinein klingt es vielleicht dramatischer als es wirklich war. Tief in meinem Herzen wusste ich, dass unser Junge ein Noah war, und ich konnte nicht verstehen, warum der Name so krass zerrissen wurde. Außerdem war ich schrecklichen Hormonschwankungen ausgesetzt. In derselben Nacht platze meine Fruchtblase und ich ging mit meinem Noah ins Krankenhaus.
Die Namensdiskussion hat meine Geburt nicht wirklich beeinträchtigt, aber sie war immer  in meinem Hinterkopf. Ich war noch immer wie betäubt davon, wie negativ sich die Familie über unseren Top-Namen geäußert hat. Wie kann man sich so gemein verhalten?

Als mein kleiner Schatz endlich das Licht der Welt erblickte, hatte er eine kleine, eingedrückte Nase und er sah verdammt wütend aus und so nannten wir ihn kurzweilig einfach „Bud Spencer!“

Als unser älterer Sohn dann eine Stunde später zu uns ins Krankenhaus kam, um seinen Bruder kennenzulernen, fragte er uns sofort nach seinem Namen. Er war ja auch bei den bisherigen Diskussionen um einen passenden Namen dabei gewesen, obwohl ich mir nicht sicher bin, ob ihn das wirklich interessierte. Als wir ihm sagten, dass wir uns noch nicht final für einen Namen entschieden hätten, sah er uns an, als hätten wir acht Köpfe und zehn Beine. „Sein Name ist doch Noah“, sagte er ungläubig.

Das besiegelte den Deal, und wir waren froh über die Namenswahl. Was unsere Familienmitglieder betrifft, die nicht einverstanden waren, so haben sie nie wieder ein Wort über den Namen verloren. Auf einmal war Noah hier, es war sein Name, und es gab keine offenen Fragen mehr diesbezüglich.

Ich gebe meiner Familie nicht die Schuld daran, dass sie ihre Meinung über unsere Namenswahl geäußert haben. Vielleicht hätten sie etwas liebevoller und weniger harsch mit ihrer Meinung sein können. Wir waren diejenigen, die die Namenswahl getroffen hatten, und obwohl wir nicht direkt um Meinungen gebeten hatten, hätten wir die Reaktion vielleicht hervorsehen können.
Letztendlich sollte es dir und deinem Partner überlassen bleiben, wie ihr euer Kind nennen wollt. Wirklich, die Meinung von keinem anderen ist dabei entscheidend. Wir reden in der Regal nicht davon, unseren Kindern total außergewöhnliche oder bescheuerte Namen zu geben. Wir reden von einem ganz normalen Namen.

Wenn ich erneut vor der gleichen Situation stehen würde, hätte ich keinen anderen Menschen in die Namenswahl mit einbezogen, außer meinen Partner.  No Way, niemals, NADA, Niente, auf keinen Fall!

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