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Ein Gastbeitrag von Anne D.

Du kannst es ruhig zugeben, auch du hast schlechte Angewohnheiten. Alle Eltern haben Angewohnheiten, die im Grunde genommen richtig doof sind. Das ist in Ordnung. Dennoch ist es vielleicht an der Zeit, mal darüber nachzudenken, ob man nicht doch mal was verändern sollte, immerhin geht es um die Beziehung zu unseren Kindern. Außerdem ist das Leben viel zu kurz.

1. Andere Eltern verurteilen.

Ich gebe zu, das ist echt ne harte Nuss. Wir haben alle schon mal Eltern erlebt, die ihre Kinder mitten im Supermarkt angeschrien haben. Wir kennen alle die Mama, die mit ihren Kinder viel zu oft bei McDonalds zu Abend isst und wir alle kennen den Vater, der seine Kinder in der Woche bis 22 Uhr aufbleiben lässt. Ja, natürlich hast du Recht – sie könnten alle bessere Entscheidungen treffen, und vielleicht sollten sie das auch tun. Aber anstatt deine Energie auf ihre Fehler zu konzentrieren, solltest du mehr Zeit damit verbringen, dich darauf zu konzentrieren, was du alles richtig machst. Jedes Mal, wenn du wieder etwas ganz Tolles vollbracht hast, freu dich einfach selbst darüber. Schwelge einfach ein wenig in deiner elterlichen Großartigkeit! Mit dieser Rolle wirst du total ausgefüllt sein, da musst du nicht noch andere bewerten.

2. Negative Selbstgespräche führen

Hast du jemals etwas über dich selbst gesagt, was nicht ganz so schmeichelhaft war?  „Ugh, ich fühle mich SO FETT heute.“ „Mann, wie konnte ich nur soooo dumm sein!“ Jeder hat mal diese Momente, wo man sich selbst in den Orkus schießen könnte – du solltest nur aufpassen, dass deine Kinder das nicht mitkriegen. Unsere Kinder schauen zu uns auf, wir sind ihre Vorbilder. Wie fühlt es sich für ein Kind an, hören zu müssen, dass seine eigene Mutter oder sein Vater sich selbst nicht für besonders intelligent oder großartig hält? Nicht gut. Wenn dein Kind diese Dinge also relativ oft hört, dann sei nicht überrascht, wenn sie dasselbe irgendwann über sich selbst sagen. Wir brauchen nicht unsere eigenen Unzulänglichkeiten direkt an unsere Kinder weitergeben, oder? Sei nett zu dir selbst!

3. Dauernd aufs Handy glotzen

Kannst du dich erinnern, wann du das letze Mal ein Wochenende OHNE Handy verbracht hast? Du kennst doch bestimmt auch die Situation im Restaurant, wo jedes Familienmitglied aufs Handy starrt und kein richtiges Gespräch aufkommt? Das ist heutzutage doch schon ganz normal. Wir alle müssen uns um so viele Sachen gleichzeitig kümmern – wir sind beschäftigter als jemals zuvor und wir sind zu erstaunlichen Multi-Tasking-Eltern geworden. Das ganze Tippen und Scrollen und Surfen kann eine Menge mit deiner Beziehung zu deinen Kindern machen. Es kann sogar deine Sicht auf dich selbst verändern. Versuch doch einfach mal, den ganzen Quatsch für eine Weile wegzulegen. Vielleicht wird es zu eurem Ritual, dass es nach 19 Uhr keine Handyzeit mehr gibt. Für niemanden! Stattdessen? Nun: Gespräche führen, ein Brettspiel spielen, spazieren gehen. Du wirst überrascht sein, was du alles erleben wirst und wie sehr sich deine Stimmung verbessern wird – Wenn du dich mit denen in Verbindung setzt, die dich am meisten lieben, dann kann es dir nur super gehen!

4. Über andere Menschen lästern

Ob es nun die Exfreundin deines Mannes ist, deine Geschwister, der Lehrer deines Kindes oder deine Schwiegereltern, die Chancen stehen gut, dass irgendjemand etwas nervtötendes tun wird, und du darüber lästern wirst. Tu dir selbst den Gefallen und lästere nie, wenn deine Kinder in der Nähe sind. Sie müssen keine schlechten Dinge über Menschen hören, die sie vielleicht gern haben, unabhängig von ihrer wahren Abscheulichkeit. Belasst solche Lästerstunden immer nur unter Erwachsenen und macht euren Kindern das Geschenk, ihre Vorbilder ohne Schuldgefühle genießen zu können.

5. Kontrollzwang 

Wir wollen nie miterleben, wie unsere Kinder versagen, verletzt oder enttäuscht werden. Aber HEY- all diese Dinge sind ein Teil des Lebens und du versuchst zwanghaft alles zu kontrollieren. Wenn sie niemals auf die Nase fallen dürfen, dann werden sie nie aus ihren Fehlern lernen können. Mit Sicherheit wird sich das kontrollierte Kind irgendwann gegen dich auflehnen, einfach weil es sich freier durchs Leben bewegen will. Was machst du dann? Gib deinen Kindern den nötigen Freiraum, um Fehler zu machen. Sie vor allem Bösen bewahren zu wollen, ist die eine Sache, aber jeden Gedanken und jede Bewegung kontrollieren zu müssen, ist eine ganz andere Sache. Lass sie durch ihre eigenen Lebenserfahrungen lernen – diese werden sie auf lange Sicht bereichern.

6. Jeden Scheiß fotografieren 

Ok, ich ahne schon die ganzen negativen Kommentare aber: Mach weniger Fotos. Ich meine damit nicht, die Geburtstagsfeier ohne Fotoapparat oder Handy zu verbringen. Natürlich möchtet ihr diese besondere Erinnerungen festhalten! Aber manchmal … Manchmal … ist es besser, die Kamera oder das Handy wegzulegen und stattdessen den Moment aktiv mitzuerleben. Als ich neulich auf einem Konzert war, wunderte ich mich über die Leute, die das GANZE Konzert mit dem Handy ausnahmen. Ich dachte mir: „Die verpassen das ganze Konzert –  da hätten sie genauso gut zu Hause sitzen bleiben können und sich das Konzert auf YouTube anschauen können.“ Wir haben uns alle so daran gewöhnt, jede Kleinigkeit zu fotografieren und unsere Bilder dann in soziale Medien zu posten. Ich befürchte dadurch verpassen wir die Freude über den Moment.

Habt ihr (und eure Kinder) das verdient?

7. Immer JA zu Allem sagen  

Es ist so einfach, hier und da ein paar Euro mehr für Kinder springen zu lassen. Überall lockt die Verführung. Sei es diese neue App im App Store. Oder diese extra Kugel Eis. Klar sind diese Dinge schön für die Kids. Natürlich möchtet ihr ihnen diese kleinen, besonderen Extras nicht immer verwehren, insbesondere dann, wenn ihr diese Sachen als Kinder nicht bekommen habt. Ich gebe euch nur den Tipp, das Ganze nicht alltäglich werden zu lassen. Wenn immer alles erlaubt und gekauft wird, dann verstehen Kinder ganz schnell die Welt nicht mehr, wenn dann doch mal ein NEIN kommt. Komme nicht jedem Wunsch nach, auch wenn es dich selbst vorübergehend glücklich macht.(„Ohhhh, wie er sich freut! Guck mal!“) Gewisse Grenzen müssen sein.

8. Über den eigenen Schatten springen 

Wenn du Achterbahnen hasst, dann schlägst du deinen Kindern wahrscheinlich nie vor, dass sie unbedingt mal in die Loopingbahn einsteigen sollen. Wenn du kein Fan von Sushi bist, dann stehen die Chancen gut, dass deine Kinder das auch nicht werden. Wir Eltern können unangenehme Situation wirklich vermeiden, Situationen die uns dazu bringen würden, mal die berühmte Komfortzone zu verlassen. Wir sind bereits erwachsen und kennen uns super in Vermeidungs-Strategien aus. Aber vielleicht – ganz vielleicht – würde dein Kind diese schreckliche Achterbahn wirklich lieben. Und wer weiß? Vielleicht hat deine Kleine ja doch Lust auf scharfe Thunfischhäppchen? Verbringe ein wenig Zeit damit, neue Dinge auszuprobieren und schau genau hin, ob deine Kinder nicht doch Lust darauf haben – lass sie die Welt ein wenig erkunden und ihre eigenen Schlussfolgerungen ziehen, und vielleicht kannst du dabe sogar deine Meinung über ein oder zwei Dinge ändern.

9. Fake-Qualitäts-Zeit.

Du und dein Kind wollt euch einen gemütlichen DVD Abend machen. Dicht an dicht kuschelt ihr euch auf der Couch aneinander. Der Vorspann beginnt und du holst dein Handy raus, um „mal eben“deine E-Mails zu checken oder mal eben einen Kommentar auf Facebook zu hinterlassen. Dabei vergisst du fast, dass du dich mitten in einem Filmeabend mit deinem Kind befindest. Vielleicht machst du auch nur kurz ein kleines Foto von ihrem entzückenden Hinterkopf und postest das noch schnell auf Instagram, #Qualitätszeit Kennste? Ich denke, alle Eltern kennen das. Jetzt verrate ich dir noch was – wenn du dich nicht mit der gleichen Intensität mit deinen Kindern beschäftigst, die du ihnen versprochen hast, DANN, OH WUNDER, bemerken sie das. Wenn sie dir sagen: „Mama, du guckst ja gar nicht zu!“ dann ist das ein Zeichen dafür, dass sie sehr wohl merken, dass du abgelenkt bist! Du wirst nichts so wichtiges verpassen, als dass es nicht bis später warten kann. Wenn schon Qualitätszeit, dann bitte auch ECHTE Qualitätszeit. Anstatt unechte Momente zu posten, solltest du tatsächliche Erinnerungen schaffen.

10. Zu selten „Ich liebe dich“ sagen.

„Ich liebe dich.“ Drei kleine Worte, die soviel ausmachen können. Diese Worte können dein späteres Leben prägen, denn wenn du diese Worte nicht oft gehört hast, dann wird es auch schwierig werden, sie anderen Menschen zu sagen. Kindern zu zeigen, dass sie geliebt werden, ist das Wichtigste, was wir Eltern leisten können. Sag ihnen, dass du sie liebst. Lass sie es hören. Das gilt auch für bereits erwachsene Kinder – es ist nie zu spät.

 

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