Mit Kindern über den Tod sprechen, das ist oft gar nicht so leicht, vor allem dann, wenn ein aktueller Trauerfall uns in die Knie zwingt. Wenn Oma, Opa, Freunde oder emotional wichtige Menschen plötzlich sterben, dann steht die Welt häufig still. Kinder trauern anders, doch sie trauern. Kinder haben Fragen und Kinder wollen vor allen Dingen auch in dieser schweren Situation gesehen und ernst genommen werden. Wenn Mama und Papa schrecklich weinen müssen und das Leben plötzlich gar nicht mehr so fröhlich ist, dann wackelt die Kinderseele. Meist allerdings deswegen, weil die Eltern so traurig sind, der Tod an sich wird von Kindern ganz anders wahrgenommen als für uns Erwachsene. Kinder sind echt. Kinder sind authentisch und Kinder glauben an den Himmel. Nimmt man das Kind mit zur Beerdigung? Wo ist der Opa denn jetzt? Kommt der nochmal wieder? Hört der mich jetzt noch? Das alles sind Fragen, auf die ein Kind Antworten verdient hat. Ich traf mich mit Annette Meng am Hamburger Hafen für ein Interview. Annette hat im Jahr 2018 ihre dreijährige Ausbildung zum Medium abgeschlossen und sie hat eine eigene Praxis in Heidelberg. Spooky? Nein, keinesfalls. Für Annette ist eines ganz klar: Es gibt ein Leben nach dem Tod. Und dieses Leben ist voller Liebe und Licht und Leichtigkeit. Was ein Medium macht wollt ihr wissen? Ein Medium kann, wenn es gut ausgebildet ist, Kontakte zu verstorbenen Personen herstellen und dem Trauernden eine Menge Fragen beantworten, Mut machen, Heilung schenken und vor allem die Gewissheit schenken, dass es mehr zwischen Himmel und Erde gibt als wir und das vorzustellen vermögen.

Komischerweise sah Annette beim Interview ganz normal aus, sie trug keinen Aluhut und hatte keine weißen Gewänder an. Sie aß ein Fischbrötchen und nippte am Kaffee anstatt am Zaubertrank. Annette ist eine ganz normale, junge, lustige Frau die gelernt hat, wie man mit der geistigen Welt kommuniziert. Das Thema „Wie Kinder trauern“ ist ihr eine große Herzensangelegenheit.

Steffi: Sag mal Annette, warum haben Kinder manchmal Angst vorm Tod? Und wie können wir als Eltern auf ihre Ängste reagieren?

Annette: Also ich erlebe es so, dass das die Ängste der Eltern sind. Das liegt daran, dass das Thema Tod sich immer noch in einer Tabuzone befindet. Wenn man die Kinder nie abholt und ihnen erklärt, was sterben und Tod bedeuten und sie die Eltern im Verlauf des Lebens weinen oder trauern sehen und sie vor allem sehen, wie schlecht es jemandem geht, wenn ein Mensch gestorben ist, dann verbinden Kinder oft Ängste mit dem Tod. So wie ich es erlebe, haben Kinder haben von Natur aus gar keine Angst vorm Tod. Kinder nehmen sich dem Thema ganz natürlich an und da kann ich aus meiner Erfahrung berichten, als bei uns der Opa gestorben ist, da wurde da kein großes Drama drum gemacht, sondern wir haben den Kindern der Familie gesagt, dass Opa jetzt im Himmel ist und da ich den Opa ja auch wahrnehmen kann, habe ich viel von ihm berichtet und erzählt. Es war keine Schwere da. Wenn ich geweint habe, dann habe ich den Kindern erzählt, dass ich traurig bin, weil ich mit dem Opa nicht mehr beisammen sitzen kann wie früher. Ich habe ihnen erklärt, warum ich traurig bin.

Steffi: Ich möchte da nochmal genauer drauf eingehen und dich fragen, wie man konkret mit den Ängsten der Kinder umgehen kann? Hast du Tipps für uns Eltern?

Annette: Um Kindern die Angst zu nehmen, möchte ich gerne mit einem Beispiel beantworten, wie ICH damit umgehe. Wie du ja weißt, arbeite ich als Medium und als mein Neffe zehn Jahre alt war hat er mich gefragt, was ich da beruflich eigentlich so mache. Da musste ich auch kurz überlegen, wie ich ihm das kindgerecht erklären kann, damit er keine Angst bekommt und es gut aufnehmen kann. Ich konnte dann feststellen, dass man mit viel Leichtigkeit mit Kindern sprechen kann, damit sie verstehen. Ich hab ihm dann gesagt: „Du, unser Opa ist im Himmel und ICH bin wie ein Telefon und wenn Menschen mit jemanden aus dem Himmel sprechen wollen, dann ruf ich da oben an und sage dann zum Opa, dass das Enkelkind hier sitzt und nochmal mit dem Opa reden möchte. Ich erzähle dem Opa dann, was der Enkel ihm sagen möchte und der Opa antwortet darauf. So einfach ist das. Die Schwere kommt leider immer von uns Erwachsenen. Mit einer ganz einfachen Bildsprache kommen Kinder super zurecht. Mein Neffe hat dann geantwortet: „Achsooooo, verstehe, cool, alles klar.“ Für meinen Neffen ist mein Beruf das Natürlichste von der Welt.

Steffi: Ja gut, aber muss man daran als Eltern auch glauben? Müssen wir das so mittragen, wenn wir unseren Kindern das Thema so erklären?

Annette: Nein, ganz uns gar nicht. Es ist nur wichtig, die Kinder mit einzubeziehen. Wenn Oma oder Opa sterben, dann wird vor dem Kind häufig vieles verschwiegen und außer einer Todesanzeige bekommt das Kind nichts mit. Das ist falsch, denn Kinder bekommen alles mit und sie wollen integriert werden, wahr genommen werden. Sie brauchen Antworten auf ihre Fragen, das ist enorm wichtig. Verschweigen ist keine gute Lösung. Kinder dürfen ganz häufig ganz bewusst NICHT mit auf Beerdigungen. Unabhängig davon, was man selbst glaubt, den Kindern zu sagen, dass der Opa oder die Oma jetzt im Himmel ist, ist eine heilsame Erklärung für Kinder. Wenn die Kinder schon älter sind, sollten wir ihnen die Möglichkeit lassen, sich selbst von den Verwandten verabschieden zu dürfen. Eben ganz natürlich ohne Zwang.

Steffi: Ganz konkret: Ab welchem Alter dürften Kinder mit auf Beerdigungen gehen?

Annette: Ich bin kein Psychologe, das ist nicht einfach zu beantworten. Rein aus dem Bauchgefühl heraus würde ich sagen, dass man mit zehn Jahren damit beginnen kann aber auch darauf würde ich mich nicht festlegen wollen, denn jedes Kind ist unterschiedlich. Da muss die jeweilige Mama auf ihr Bauchgefühl hören. Wichtig ist, dass wir den Kindern überhaupt eine Möglichkeit geben, sich zu verabschieden. Wir sollten ihnen den Besuch auf der Trauerfeier nicht verwehren, wenn das Kind es sich wünscht.

Steffi: Ok, ich frage dich das mal in deiner Funktion als Medium: Was ist STERBEN eigentlich?

Annette: Aus meiner Sicht ist sterben einfach einen Schritt zur Seite zu machen. Das bedeutet, dass man seinen Körper verlässt und nach Hause geht. So bekomme ich es zumindest immer von den Verstorbenen erklärt. Sie verlassen ihren Körper und werden von ihren Liebsten abgeholt und gehen in den Himmel, oder ins Jenseits (je nach dem, an was ich glaube) Es ist nur ein Schritt zur Seite, denn die Verstorbenen sind immer um uns herum.

Steffi: Gibt es Kinder, die Verstorbene spüren können?

Annette: Es gibt Kinder, die im Alter von 0 – 7 Lebensjahr Verstorbene wahrnehmen können. Um ehrlich zu sein, sind das aber nicht wirklich viele Kinder, die sich später noch daran erinnern können und diese Fähigkeiten wirklich so ausgeprägt haben. Manche spüren sie, manche erkennen Oma und Opa auf alten Fotos wieder, obwohl sie die betreffenden Personen eigentlich noch nie gesehen haben. Für diese Kinder ist das etwas ganz natürliches. Wenn also ein Kind plötzlich erzählt, dass Oma oder Opa im Zimmer sitzen, dann sollte man locker reagieren und vielleicht etwas sagen, wie z.B. : „Oh schön, grüße schön!“

Steffi: Wir hören immer wieder von unseren Lesern, dass es vor allem Babys gibt, die immer wieder in eine bestimmte Ecke des Zimmers starren und kichern. Was ist denn da los?

Annette: Ja, das kenne ich. Wir bekommen oft Besuch aus der geistigen Welt und die können dann den geliebten Urenkel oder Enkel auch zum Lachen bringen, weil sie einfach Faxe machen. Das freut die ja auch total. In meinem Glauben werden Kinder eben immer liebevoll begleitet, natürlich von unseren Verstorbenen aber auch vom Geistführer und Kinder freuen sich ganz herzlich und natürlich darüber. Alles voller Liebe und ohne Angst.

Steffi: Ja, aber die Mamas finden das meist schon sehr gruselig.

Annette: Das glaube ich dir, das liegt daran, dass die Mamas sich eben nicht mehr ganz so natürlich an ihr Zuhause im Himmel erinnern können. Deshalb an alle Mamis das draussen:, wenn Kinder etwas wahrnehmen können, dann ist es immer voller Liebe und ohne angstmachende Dinge. Die Verstorbenen wollen nur zeigen, dass sie noch da sind und alles gut ist. Und sie besuchen eben auch unsere Kinder, da sie stolz auf sie sind und sehen wollen, wie sich die Kinder entwickeln und ob es ihnen gut geht.

Steffi: Ein Thema möchte ich noch ansprechen und zwar geht es um den Verlust eines Kindes, insbesondere um Sternenkinder.
Liebe Annette, aus deiner Sicht: Warum verlassen manche Kinder schon sehr früh den Bauch der Mama wieder?

Annette: Ich müsste jetzt weit ausholen aber ich versuche mal kürzer drauf zu antworten, okay?

In meinem Glauben ist das so, dass wir gemeinsam, bevor wir inkarnieren, mit unserem geistigen Team schauen, was wir in diesem Leben lernen möchten. Die Seelenanteile der Sternenkinder möchten oft die Erfahrung machen, wie es ist „früh“ wieder zu gehen. In meiner Arbeit habe ich von den Sternenkinder erklärt bekommen, dass See sie die Erfahrung machen wollten, wie sich bedingungslose Liebe anfühlt. Diese Seelen durften erleben, wie bedingungslos diese Eltern lieben, wie rein diese Liebe ist, das war die fehlende Erfahrung. Das erleben zu dürfen macht diese Seelen so dankbar. Jede Mama und jeder Papa kann so stolz darauf sein, so eine Seele im Himmel zu haben. Diese Kinder sind auch immer bei ihren Eltern, sie zeigen sich durch Zeichen und möchten so ihre Eltern und Geschwister wissen lassen, hey mir geht es gut und ich bin bei Euch.

Steffi: Ab wann hat man eigentlich eine Seele? Entwickelt die sich erst noch? Oder wie?

Annette: Eigentlich ist eine Seele schon vor der Schwangerschaft da. Ich empfinde es jedenfalls so. Die Seele sucht sich ihre Mama ja, wenn du so willst, vorab aus und deswegen kann man sie auch schon vorher wahrnehmen, meistens so drei bis vier Monate bevor die Frau schwanger wird.

Steffi: Das bedeutet, dass du mit den Sternenkindern kommunizieren kannst, Annette?

Annette: Ja, das kann ich und es gibt wundervolle Botschaften für die Eltern. Kinder wollen, dass es den Eltern und den Geschwistern gut geht, so banal das klingen mag. Sie zeigen sich immer voller Leichtigkeit und mit grenzenloser Liebe.

Steffi: Sterben Kinder anders als Erwachsene?

Annette: Ja, in meiner Welt nehme ich das mit einer großen Leichtigkeit wahr. Kinderempfinden es oft, wie ein nach Hause kommen. Sie spüren allerdings auch den großen Schmerz der Eltern und das macht es den sterbenden Kindern häufig sehr schwer. Es gibt häufig Gespräche zwischen sterbenden Kindern und Eltern, die den Eltern sogar Mut und Hoffnung machen. Die Kinder erklären den Eltern, dass sie mit Freude zurück nach Hause gehen und die Eltern sich keine Sorgen machen müssen. Trotzdem möchte ich aus weltlicher Sicht sagen, ein Kind zu verlieren ist das schlimmste was einem Menschen passieren kann. Ein Kind zu verlieren ist brutal und unfassbar schlimm, dennoch versuche ich so was wie Heilung mit rein zu bringen, indem ich den Eltern ganz klar aufzeigen kann, wie gut es den Kindern in der geistigen Welt geht. Kinder schicken kraftvolle Zeichen, wie z.B Schmetterlinge, sie wollen wahr genommen werden.

Steffi: Wenn die Mama eines verstorbenen Kindes das Bedürfnis hat, dem eignen Kind etwas zu sagen, muss die Mama dann erst zu einem Medium gehen, um dem Kind etwas mitzuteilen?

Annette: Nein, dein Kind hört dich immer. Auch Briefe an die Kinder sind eine wunderbare Möglichkeit, die Gefühle auszudrücken. Das Kind wird diese Zeilen mitlesen in dem Moment in dem Du die Zeilen niederschreibst.

Steffi: Was kann ich tun, damit die Trauer eventuell etwas weniger wird?

Annette: Ich würde es gerne anders formulieren. Ich würde aus meiner Arbeit sagen, die Trauer verändert sich. Und ganz wichtig ist es, die verschiedenen Trauerphasen zu durchleben. Wir kennen diese Phasen nicht mehr, da in unserer Gesellschaft die Trauer immer im Geheimen passieren muss und man nie darüber redet. Aber z.B. auch Wut gehört zur Trauer dazu. Vielen Klienten hilft es zu wissen, dass es ihren Verstorbenen gut geht. Gerade in meinen Sitzungen, in denen ich den Verstorbenen sozusagen beweise, geschieht Heilung, in dem die Zurückgebliebenen erkennen, dass es wirklich ihr Verstorbener ist und er immer noch bei ihnen ist. Und gerade bei zurückgebliebenen Eltern ist es schön zu sehen, wie sie anfangen sich zu erlauben etwas Leichtigkeit zuzulassen, in dem sie hören, dass ihr Kind möchte, dass es ihnen auch gut geht und sich freut wenn es die Kinder wieder lachen sieht.

Und eben auch wenn ich ihnen in meinen Sitzungen aufzeige, welche Zeichen die Kleinen ihnen bereits senden und die dann verstehen, dass ihre Lieblinge längst bei Ihnen sind.

Wer sich für eine Sitzung bei Annette interessiert, der kann sich hier informieren:

https://www.pink-spirit.de

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