Unfruchtbarkeit ist ein Thema, das in unserer Gesellschaft immer noch tabuisiert wird. Trotzdem gibt es in Deutschland mehr als eine Million Betroffene – Frauen und Männer gleichermaßen. Künstliche Befruchtungen sind dank der modernen Medizin mittlerweile alltäglich geworden. In Deutschland besteht jedoch nach Ansicht von einigen Betroffenen, Politikern und Ärzten Nachholbedarf. In der Diskussion steht unter anderem die Eizellspende, die laut dem deutschen Embryonenschutzgesetz nicht erlaubt ist – im Gegensatz zu vielen anderen Ländern im europäischen Ausland. Dabei ist sie für viele Frauen, die keine Kinder bekommen können, oft die letzte Chance. Dr. Jon Aizpurua, Reproduktionsmediziner und Gründer des spanischen Kinderwunschzentrums IVF Spain Alicante, erklärt, wie eine Eizellspende abläuft und wieso sie nicht mit einer Mutterschaft gleichzusetzen ist.

Hilfe bei Unfruchtbarkeit – Eizellspende als letzte Hoffnung

Was bringt Frauen eigentlich dazu, eine gespendete Eizelle entgegenzunehmen und ein Kind auszutragen und großzuziehen, das aus dem Erbgut einer Fremden gezeugt wurde? Betroffene von ungewollter Kinderlosigkeit befinden sich in der Regel in einer sehr belastenden Lebenslage, die mit hohem psychologischen Druck, Selbstzweifeln und Ängsten einhergeht. Sie wünschen sich nichts sehnlicher als ein Kind und möchten dabei nichts unversucht lassen. Mehrere vergebliche Versuche können diese Gefühle noch verstärken. Wenn die Eizellen der Frau nicht die Qualität aufweisen, die es eigentlich für eine erfolgreiche Befruchtung benötigt, stoßen klassische Kinderwunschbehandlungen oft an ihre Grenzen. In diesem Fall ist die Eizellspende oftmals die einzige Möglichkeit, den Wunsch vom eigenen Kind doch noch in Erfüllung gehen zu lassen. Diese Methode, die vergleichsweise hohe Erfolgsquoten verzeichnet, ist nicht nur für Frauen geeignet, die sich bereits im fortgeschrittenen Alter befinden. Oft sind es auch medizinische Gründe, wie beispielsweise Endometriose, vorzeitige Menopause oder genetische Erkrankungen, was viele Frauen zu einer Eizellenspendebehandlung bewegt.

Eizellspenden – in Deutschland nicht möglich, in vielen Ländern Normalität

Damit bei einer Eizellspende mehrere Zellen gleichzeitig reifen können, werden die Eizellen der Spenderin zunächst medikamentös stimuliert. Anschließend werden sie der Frau entnommen und mit dem Sperma des Partners oder Spenders befruchtet. Dieser Prozess findet im Reagenzglas („in vitro“) statt. Die Eizelle wird somit befruchtet, bevor sie in die Gebärmutter der Empfängerin verpflanzt wird. Durch das Embryonenschutzgesetz, das im Januar 1991 in Kraft trat, wird diesem Verfahren in Deutschland ein Riegel vorgeschoben. Frauen, die beispielsweise aufgrund ihrer Homosexualität oder Unfruchtbarkeit selbst kein Kind gebären können, bleibt somit nur der Weg, das Verfahren im europäischen Ausland wie z.B. in Spanien, Dänemark oder Tschechien durchführen zu lassen. Mit dem Verbot in Deutschland sollen sogenannte „gespaltene Mutterschaften“ verhindert werden, bei denen die genetische und soziale Mutter nicht identisch ist. Interessant dabei: Im Gegensatz zur Eizellenspende ist die Spende von Samen in Deutschland zulässig. Diese Ungleichbehandlung ist ein wesentliches Argument der Kritiker des Embryonenschutzgesetzes. Auch wenn eine Novellierung des Gesetzes derzeit nicht abzusehen ist, rücken Eizellspenden immer mehr in den Fokus der Öffentlichkeit.

Mutterschaft ist nicht gleich Mutterschaft

Wie viel Mutter bin ich eigentlich bei einer Eizellenspende? Das ist wohl eine Frage, die sich einige Frauen stellen, die sich mit diesem Thema beschäftigen. Hier verhält es sich so, dass zwar die Gene von einer Spenderin sind, das macht sie jedoch nicht zur Mutter des Kindes. Auch das deutsche Gesetz legt sich im Bürgerlichen Gesetzbuch dazu ziemlich genau fest. In §1591 heißt es: „Mutter eines Kindes ist die Frau, die es geboren hat“. Die genetische Mutter hat dabei keinen rechtsverbindlichen Status, ihre Existenz taucht in keinen offiziellen Verzeichnissen und Dokumenten außerhalb der Kinderwunschklinik auf. Manche Frauen erzählen ihren Kindern nicht, dass am Anfang ihres Lebens eine Eizellspende stand. Jede Mutter und jede Familie muss hier ihren eigenen Weg finden, da es in diesem Fall keine allgemeingültige Lösung gibt.

Die Verbindung aus einer Zelle

Internationale Kinderwunschzentren in Ländern, in denen Eizellspenden aufgrund der jeweiligen nationalen Gesetzeslage an der Tagesordnung sind, vermitteln die Keimzellen bereitwilliger Spenderinnen an jene Paare, die selbst kein eigenes Kind zeugen können. Zu Beginn der Behandlung stehen eine Reihe von medizinischen und psychologischen Tests an, bei denen geprüft wird, ob die Spenderin gesund und in der Lage ist, die Eizellspende durchzuführen. Eine Spende kann nur dann vorgenommen werden, wenn bestimmte Voraussetzung erfüllt sind: Die Spenderin muss körperlich und psychisch gesund sein. Auch wird die Qualität der Eizellen genauestens geprüft, um die besten Voraussetzungen für ein gesundes Kind zu schaffen. Aufklärungsgespräche und eine individuelle Betreuung sind hierbei essentiell. Daher ist es für die Spenderinnen sehr wichtig zu erfahren, welche einzelnen Schritte eingeleitet werden und dass der Eingriff schmerzfrei ist.

Viele Eizellspenderinnen werden nicht nur durch die finanzielle Aufwandsentschädigung zu ihrer Spende motiviert. Am wichtigsten ist für viele Spenderinnen das Gefühl, einem anderen Paar den sehnlichen Kinderwunsch erfüllt zu haben. Manche Frauen erklären sich sogar mehrmals zur Spende bereit, oft mit der Begründung, sie seien stolz darauf, zu helfen. Eine emotionale Bindung würden sie jedoch nicht verspüren und sind fest davon überzeugt, dass die Empfängerin eine gute Mutter sein wird. Schließlich ist das Baby ein absolutes Wunschkind. Es ist zu beobachten, dass die Eizellspenderinnen sich keinesfalls als Teil der entstehenden Familie sehen. Eine Mutterschaft scheint somit viel mehr auszumachen, als das bloße Genmaterial: Nämlich die Verbindung durch die Schwangerschaft, bei der sie ihr Kind neun Monate lang unter dem Herzen trägt, die Zuwendung und Liebe, die beide für ein Leben lang verbindet.

Über IVF Spain Alicante

IVF Spain ist ein internationales Kinderwunschzentrum mit Sitz im spanischen Alicante. Der Reproduktionsmediziner und Gründer der Klinik, Dr. Jon Aizpurua, betreut mit seinem 90-köpfigen Team aus Ärzten, Embryologen, Pflegern und persönlichen Patientenassistenten jährlich rund 1.000 Menschen mit Kinderwunsch. Seit 2009 hilft IVF Spain seinen Patienten mit individualisierten Behandlungsmethoden, von der Optimierung des natürlichen Zyklus, In-Vitro-Fertilisation bis hin zu Eizellspende und Social Freezing.

1 Kommentar

  1. In den meisten europäischen Ländern ist die Leihmutterschaft ganz oder teilweise verboten. Und die Nachfrage ist enorm, denn trotz der großen Fortschritte in der Entwicklung der Medizin im letzten halben Jahrhundert nimmt die Fruchtbarkeit von Frauen weiter ab. Die Ukraine gehört zu den führenden Ländern im Bereich der Leihmutterschaft dank dem relativ hohen Niveau der medizinischen Entwicklung, dem ausgezeichneten Genpool, den loyalen Gesetzen und niedrigen Preisen für Dienstleistungen. Alle Nuancen finden Sie hier: https://leihmutterschaft-zentrum.de/

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