Es ist nicht alles Gold, was glänzt. Das trifft häufig auf Kleidung zu. Zwar muss „billig“ nicht zwingend „schlecht“ bedeuten. Aber „zu billig“ ist ein Indiz auf eine Produktionskette, die an irgendeiner Stelle problematisch sein könnte. Bisher stehen Produktionsbedingungen in Südostasien im Fokus der Berichterstattung. Es gibt aber einen Punkt, der uns Eltern häufig gar nicht so bewusst ist: die Produktion der Rohstoffe. Der Anbau von Baumwolle zum Beispiel basiert in vielen Fällen auf Monokulturen, Pestiziden und anderen Pflanzenschutzmitteln sowie auf Preisdumping. Das sollte uns immer wieder bewusst sein. Es gibt aber auch bemerkenswerte Ausnahmen.

„Gut gemacht“ von Tchibo steht für nachhaltige Baumwollproduktion

Eine dieser Ausnahmen ist Tchibo. Was viele nicht wissen: Der als Kaffeeröster bekannte Einzelhändler ist einer der größten Abnehmer von Bio-Baumwolle in der Welt. Laut Organic Cotton Market Report 2016 liegt der Anteil der Bio-Baumwolle bei dem Unternehmen inzwischen bei rund 75 Prozent. Eine stolze Zahl, denn immerhin kauft Tchibo etwa 9.000 Tonnen des Rohstoffes auf, um daraus Textilien zu fabrizieren. Der Prozentsatz ist zudem deutlich größer als bei den Konkurrenten. Denn laut Bericht macht Bio-Baumwolle im Durchschnitt bei den zehn größten Abnehmern weltweit nur ca. 30 Prozent aller Fasern aus. Tchibo sticht hier also deutlich nach oben heraus.

Das Unternehmen weist uns Kunden übrigens mit einem besonderen Kennzeichen auf die nachhaltige Produktion hin. Das Label heißt „Gut gemacht“ und ist an einer Weltkugel zu erkennen. Je nach Produkt und Textil sind damit Versprechen verbunden, dass ein bestimmter Prozentsatz des verwendeten Rohstoffes aus einem nachhaltigen Anbau stammt. Ausführliche Informationen zu den nachhaltigen Produkten und Rohstoffen fasst Tchibo auf seiner Webseite über das Kennzeichen zusammen. Dort ist dann auch zu lesen, was nachhaltige Produktion bedeutet und welche Wirkung diese im Erzeugungsland hat.

Textilien & Co.: Nachhaltig einkaufen für ein besseres Gefühl

Das klingt auf dem ersten Blick nicht wichtig. Ist es aber. Gerade als Familie bekommen wir einen anderen Bezug zu Textilien. Möchten wir unseren Kindern nicht eine bessere Welt hinterlassen? Genau das ist durch einen bewussten Kauf anderer Textilien möglich. Das ist noch nicht einmal eine Preisfrage. Denn viele Textilien aus Bio-Anbau sind nicht teurer als andere.

Was aber bedeutet nachhaltiger Anbau und Bio-Baumwolle eigentlich? Diese Frage ist für die Sensibilisierung gegenüber diesem Thema von Bedeutung. Es geht um mehrere Punkte:

  • Weniger Schadstoffe: Für uns vielleicht am Wichtigsten ist, dass der Anbau ohne Pestizide stattfindet. Dadurch bleibt der Rohstoff unbelasteter und die Kleidung ebenfalls. Nebeneffekt: Im Erzeugerland können sich die Böden und das Grundwasser erholen. Denn die Böden in Anbaugebieten mit herkömmlicher Produktion sind durch den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln teilweise extrem belastet. Je mehr Bio-Baumwolle produziert wird, desto besser ist es für die Umwelt.
  • Reduzierter Ressourcenbedarf: Es klingt unglaublich, aber beim Anbau von Bio-Baumwolle benötigen die Farmer weniger Wasser und weniger Energie. Laut Organic Cotton Market Report reduziert sich sogar die Menge an ausgestoßenem Kohlendioxid um über 90 Millionen Kilogramm.
  • Faire Löhne: Durch garantierte Festpreise können die Baumwollfarmer besser kalkulieren und besser von ihrer Arbeit leben.
  • Soziale Standards: Bei vielen Öko-Siegeln bedeutet nachhaltiger Anbau zugleich eine nachhaltige Produktions- und Lieferkette. Tchibo gibt beispielsweise an, auf das Einhalten sozialer Standards zu achten.

Diese vier Punkte sind durchaus Argumente, die zum Nachdenken anregen. Vielleicht müssen wir raus aus dem Schwarz-Weiß-Denken, denn auch Bio-Baumwolle wird nicht 100-prozentig umweltfreundlich sein oder für Top-Sozialstandards sorgen. Außerdem sind nicht alle Siegel gleich. Einige unterliegen strengeren Kontrollen und Standards als andere. Aber ist das wirklich wichtig? Denn wir können mit dem bewussten Kauf von Textilien ein kleines Zeichen setzen und für uns und unsere Kinder die Welt ein kleines Stück besser machen. Da ist ein schwaches Öko-Siegel vielleicht besser als gar keins. So oder so sollten wir nicht nur die Arbeitsbedingungen bei der Herstellung von Textilien beim Kauf im Blick behalten, sondern auch den Anbau. Als Konsumenten bestimmten wir über Eckwerte der Globalisierung mit. Und damit über die Zukunft, in der unsere Kinder leben.

Quelle Beitragsbild: Bild: jose assenco – freeimages.com
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