En Gastbeitrag unserer Leserin Anna Z.

Ich vermisse dich. Ich vermisse die Zeit, als es nur dich und mich gab. Wir konnten den ganzen Tag zusammen spielen. Mit Autos und Lastwagen, Malen, tanzen im Rhythmus der Musik, toben im Wohnzimmer. Wir beide Bücher lesend im Schaukelstuhl und ganz viel Lachen.

Ich vermisse es, zusammen mit dir zum Einkaufen zu fahren. Nur du auf der Rückbank, lauthals singend oder brabbelnd.
Ich vermisse es, dass du laut sein kannst, wann immer du willst. Jetzt musst ganz oft du „Still sein! Dein Bruder versucht, zu schlafen!“ Du kannst nicht im Wohnzimmer herumstampfen, und so laut lachen, wie du willst. Du kannst nicht mehr „Maaaaammiii!“ rufen, wenn ich aus dem Blickfeld geraten bin, weil ich so verzweifelt versuche, Nr. 2 wieder zum Schlafen zu bringen.

Statt zu lachen, gibt es jetzt oft „Dein Bruder kann nicht schlafen. Sei bitte still!“ zu hören.

Ich bringe dich so oft zum Schweigen, mein Erstgeborener, und stelle dich an die Seite, um deinem Bruder zu helfen, da er mich zum zigsten Mal an diesem Tag braucht. Ich bekomme dich oft kaum noch mit. Die stillen Momente sind leider deswegen so kurz und selten geworden, weil du derzeit am liebsten immer laut sein möchtest! Es ist deine Art, Aufmerksamkeit zu erregen. Normalerweise ist es eine schlechte Idee, laut zu sein, aber es ist deine Art, mich zu erreichen.

Wenn du dann schläfst und ich dein Spielzeug auf meiner Kommode finde, vermisse ich dich. Ich habe dich immer vermisst, wenn du schläfst, aber jetzt ist es anders. Es ist ein Gefühl von „Ich habe heute nicht genug von dir gehabt.“ Mein Herz tut weh.

Jetzt bist du einer von zweien. Und der Andere ist immer noch so klein, dass er mich noch sehr oft und viel braucht.

Natürlich will ich auch bei ihm sein. Mich über sein Geplapper, Gurgeln und über seinen atemberaubenden Anblick freuen, damit zeigt er mir: „Ich liebe dich, Mama.“ Das schiefe Grinsen und die Augen so konzentriert und mit so viel Liebe gefüllt, einem Ausdruck, der so tief ist, dass ich inne halten muss, um Luft zu holen und ihn wirklich anschauen zu können.

Ich liebe euch beide aus tiefstem Herzen. Mit der größten Liebe, die es nur geben kann.

Aber ich vermisse dich. Es gab mal nur dich und mich, mein Erstgeborener.

Ich vermisse es, dir zu Hilfe zu eilen, wenn du traurig, krank oder gestürzt bist. Ich will rennen und dich festhalten und wie früher mit dir schaukeln. Mein Gesicht in deinem Nacken vergraben, wenn du weinst, dich ärgerst oder einfach Mama brauchst. Ich vermisse es, diejenige zu sein, an die du dich immer wenden kannst.

Ganz oft habe ich das Gefühl, dass ich euch beiden nicht gerecht werden kann. Ich möchte so lieben wie früher, mit meiner ganzen Aufmerksamkeit, so wie eine Mama eben lieben soll. Aber es gibt einfach so viel zu tun, dass ich damit kämpfen muss, euch beiden gerecht zu werden..

Vielleicht hoffen alle Mütter mit mehr als einem Kind auf eine Zeit, in der sie jedem Kind wieder genug Aufmerksamkeit schenken können. Bis das irgendwann so weit ist, versuche ich das Beste zu geben, was in mir steckt um euch beiden gerecht zu werden.

Im Moment muss ich den richtigen Weg finden, wie ich mich zwischen euch teilen kann damit sich keiner vernachlässigt fühlt.

Ich hoffe inständig, dass ich eines Tages das Gefühl habe, das ich genug für euch beide da war. Ich hoffe, dass ihr, wenn ihr beide aus dem Baby- und Kleinkindalter raus seid und somit auch unabhängiger seid, das Gefühl habt, dass ich euch alle beide mit meiner Liebe, meiner Zeit und meiner Aufmerksamkeit glücklich gemacht habe.

Bis dahin vermisse ich dich. Ich vermisse mich. Ich vermisse uns.

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1 Kommentar

  1. Wow das spricht mir so aus der Seele. Ich vermisse meine Tochter so sehr, seitdem das Baby dazu kam. Es tut mir so weh und leid nicht mehr so für sie da sein zu können. Sie geht jetzt immer zu Papa bei allen Anliegen, was mich innerlich sehr traurig macht. Unsere Verbindung ist nicht mehr so stark wie vorher. Ich habe das Gefühl viel zu Verpassen. Aber man kann es nicht ändern.

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