Von Gila aus Delmenhorst

Es vergeht nahezu kein Tag, an dem die Kinder mal NICHT sauer auf mich sind. Die Gründe sind mannigfach: Entweder habe ich sie gebeten, die Pfützen zu entfernen, die sie im Bad hinterlassen haben, oder ich habe ihre Xbox-Zeit gekürzt. Manchmal besitze ich sogar die Dreistigkeit, sie zu bitten, den Hundehaufen im Hinterhof aufzusammeln, oder ihren Teller zur Spüle zu bringen.

Manchmal bin ich eine nörgelnde Mutter. Manchmal bin ich eine strenge Mutter. Und meistens bin ich die gemeinste Mutter überhaupt.

Ich nahm eigentlich an, dass ich in vielen Dingen eine ziemliche entspannte Mutter bin. Ich sage zu vielen Dingen „Ja“ – Ja zu Konsolenspielen, zu ungesunden Snacks und zu späten Schlafenszeiten. Ich nerve sie nicht wegen schlechter Noten (solange sie sich anstrengen und ihre Lehrer respektieren). Ich übersehe die Socken auf dem Boden und lasse sie wegen des Chaos in ihren Kinderzimmern in Ruhe. Ich werde nicht mal richtig sauer, wenn sie den Toilettensitz nicht runterklappen (was eigentlich IMMER der Fall ist).

Es ist so: Man muss irgendwann mal ein paar Grenzen setzen, damit die Kinder nicht zu echten Arschl…..werden.

 

Man jammert und jammert und weint natürlich. Sie beschweren sich darüber, dass ihre Freunde fünf Stunden lang Xbox spielen dürfen (Dürfen sie nachweislich nicht). Sie versuchen mich davon zu überzeugen, dass sie garantiert morgens ihre Hausaufgaben machen werden (sie werden es nicht tun). Sie sagen mir, dass Jonas unten an der Straße nicht das Geschäft des Hundes auflesen muss (Jonas hat nicht einmal einen Hund).

Ich denke ich kann mit Sicherheit behaupten, dass meine Kinder regelmäßig ziemlich sauer auf mich sind. Ich stehe meinen beiden Kindern sehr nahe, und ich glaube wirklich, dass ich ein sicherer Hafen für sie bin. Aber sie sind oft sauer auf mich, frustriert von meinen Erwartungen, oder geradezu wütend auf mich, weil ich so dumme Dinge wie „Regeln“ durchsetze.

Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass es für mich völlig in Ordnung ist, ständig die gemeinste Mutter der Welt zu sein. Es macht keinen Spaß, sein Kind wütend zu machen oder sich über die Notwendigkeit des Zähneputzen und Duschens zu streiten. Aber letztendlich bin ich damit einverstanden, die Rolle der „gemeinen Mutter“ zu übernehmen, weil ich weiß, dass es nun mal notwendig ist.

Will ich eine gesunde Beziehung zu meinen Kindern? Natürlich. Will ich, dass sie mich lieben und respektieren? Yep. Will ich, dass sie mir vertrauen und wissen, dass ich ihr sicherer Hafen, ihr größter Fürsprecher und stärkster Verteidiger bin? Darauf kannst du wetten.

Aber muss ich in jeder Situation ihr Freund sein? Nein. Nein, vielen Dank. Ich bin ihre Mutter, nicht ihre Freundin.

Ich will weder Arschlöcher großziehen, noch will ich, dass sie zu Neandertaler ohne Manieren oder gesunden Menschenverstand werden. Ich will nicht, dass sie zu wilden Idioten werden, die denken, dass die Welt nur zu ihrem Vergnügen existiert. Ich möchte, dass sie freundliche und rücksichtsvolle Menschen werden. Und das bedeutet, dass ich manchmal Grenzen setzen muss. Sprich: manchmal muss ich einfach „gemein“ sein.

Ich muss weder mit meinen Kindern befreundet sein, noch will ich mit ihnen befreundet sein. Denn seien wir mal ehrlich, ich würde einen Freund sicher nicht mit der Scheiße davonkommen lassen, die meine Kinder manchmal machen, aber sie sind noch klein und es ist mein Job, ihnen zu helfen, zu freundlichen, respektvollen und nicht-arschlochmäßigen Menschen heranzuwachsen. Und um das zu tun, müssen meine Kinder manchmal sauer auf mich sein. Manchmal muss ich die gemeinste Mutter der Welt sein.

 

Manchmal nerve ich meine Kinder damit, wenn ich vor ihren Freunden laut singe. Ich lasse sie nicht aus einem fahrenden Auto springen, während wir uns durch die Autoschlange vor der Schule bewegen. Ich zerschlage ihre Hoffnung, in Schmutz und Dreck zu leben, indem ich sie zu Dingen wie, einer Dusche mit Seife, zwinge. Ich erinnere sie daran, ihre Zähne zu putzen und ein Deodorant zu tragen. Manchmal traue ich mich sogar, ihnen ein selbstgekochtes Essen zu servieren, ihre Spielsachen für sie aufzuräumen oder ihre Jacken aufzuhängen. Jedes dieser Dinge kann Augen verdrehen und meckern mit sich bringen. Es gibt Konsequenzen für ihr Fehlverhalten.

Ich verärgere meine Kinder auf tausend verschiedene Arten, etwa tausend Mal am Tag. Okay, ich übertreibe. Es ist nur Hunderte. Zum Beispiel konnte ich meine Kinder auch schon verärgern, indem ich Käse in Quadrate anstelle von Dreiecken schnitt.

Suchst du nach einem todsicheren Weg, ein Kind zu verärgern? Räume einfach die Legos, die seit fünf Tagen unangetastet in der Mitte des Küchenbodens liegen auf, denn dann er plötzlich noch gerade „mit ihnen gespielt“.

Aber weißt du was, unsere Kinder wütend zu machen, gehört einfach zum Leben. Und „gemein“ zu sein ist manchmal nur eine der Aufgaben, die mit dem Privileg einhergeht, Mutter zu sein.

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