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Gestern war ein Tag, an dem alles für mich beschwerlich wurde: Die Bettdecke war so schwer, dass sie mich erdrückte. Der Kopf fühlte sich wie ein Kaktus an: nur mit dem Unterschied, dass die Stacheln mich innerlich piksten. Und was erschwerend hinzu kam, war Schwindel und Übelkeit. Hurra! Die Migräne will sich breit machen…

Innerlich zerreißt es mich – und das nicht nur wegen der körperlichen Symptome – sondern vor allen Dingen wegen meiner Unpässlichkeit gegenüber den Kindern. Denn die haben auch ihre Bedürfnisse: „Mami kannst du mir die Rings vom Kühlschrank holen?“ (Frühstücksflocken) „Mami kann ich was aus den Maus-Kochbüchern machen?“ – „Warum haben wir keine Eier mehr?“ – „Mami kannst du heute noch einkaufen fahren?“ usw.

Alles wie aus einem Maschinengewehr geschossen: BUMM, BUMM, BUMM. In zeitlich verdammt kurzen Abständen und teilweise parallel. Obendrein kommt die Kleine leicht verzweifelt ins Schlafzimmer und jammert, weil sie sich ihren Lieblingspulli verkehrt herum angezogen hatte und nun nicht mehr weiter weiß… Ahhhhh, mein Kopf!!!!

Der Tag beginnt also mit einem kleinen Drama beim Kind und mit einem großen Drama in meinem Kopf. Ich denke bereits jetzt an den Abend, an dem der Tag hinter uns liegt und die lieben Kleinen friedlich schlummernd in ihren Betten liegen und ich endlich Feierabend habe und per Schlaf von meinen Kopfschmerzen erlöst werde. Nun gut, zuvor muss aber der Tag noch verlebt werden…

Mechanisch führe ich die wichtigsten Handgriffe durch und versuche, das eine oder andere Kinderproblem zu lösen. Selbst immer im Kampf mit meiner Migräne. Nachdem die kleinen Probleme gelöst werden konnten, lasse ich mich für eine kurze Pause erleichtert wieder ins Kopfkissen fallen. Doch dann die nächste Krise: Geschwisterstreit! Immer lauter tönt es aus dem Nebenzimmer und macht mich schier WAHNSINNIG. Ich will doch nur Ruhe! Ein Wunsch, der mir verwehrt bleibt – es ist nämlich Wochenende.

Und das bedeutet, dass weder Schule noch Kindergarten Anlaufpunkte für den täglichen Wahnsinn sind. Nein, am Wochenende ist die Mami gefragt – allein! Alle Bedürfnisse soll sie stillen und ob sie krank ist oder nicht, ist damit IHR Problem. Ein gelber Zettel mit der Krankschreibung für den Arbeitgeber wird hier nicht akzeptiert. Manno!

Was würde ich gerade jetzt darum geben, wenn ich nicht alleinerziehend wäre???!!! Wenn der Partner sich um die Bedürfnisse der Kinder bemüht, die wichtigsten Tagesaufgaben übernimmt und nebenher noch für Ruhe für die kranke Mama sorgt. Also das i-Tüpfelchen wäre dann noch die liebevolle Versorgung mit selbst gekochtem Mittagessen, aber mir reicht ja schon Unterstützung im Rahmenprogramm…

Doch wie sieht es stattdessen aus? Die Kinder sind gnadenlos und fordern – trotz Krankheit der Mama. Zwar verstehen sie, dass ich heute nicht so kann, wie es es gern möchte, aber zwischendurch scheint es ihnen immer wieder zu entfallen 🙁

Was macht man dann in solch einem Fall? Einen Joker anrufen oder das Publikum fragen? Wir sind hier ja nicht in einer Fernsehshow, also sollten wir die Möglichkeiten mal realistisch betrachten: Oma um Unterstützung bitten! Die eine Oma wohnt sehr weit weg und fällt schon mal aus. Die andere Oma würde sich sicherlich nicht lange bitten lassen, wenn denn ihr Terminkalender nicht so voll wäre. Oma führt nämlich einen gastronomischen Betrieb und muss daher auch am Wochenende arbeiten. Mist!

Den Nachbarn die Kinder auf´ s Auge drücken, geht fast immer. Unsere Kinder spielen oft gemeinsam in meinem Garten, also würde das kein Problem sein. Doch leider sind die Nachbarn am Wochenende zu oft unterwegs. Wieder Mist!

Tja, was hab ich dann noch für Alternativen??? Mir fällt keine ein. Also leide ich still und leise vor mich hin und versorge die Kinder mit der letzten Kraft. Sie bekommen, was sie brauchen und dürfen ausnahmsweise Kinderfilme schauen. Nur gut, dass die DVD-Sammlung erst kürzlich aufgestockt wurde. Damit ist klar: Heute ist der Fernseher der beste verfügbare Babysitter und ich mache mal kurz die Augen zu.

Ich muss ja schnell wieder gesund werden, denn Mamas dürfen nicht krank sein und alleinerziehende schon gar nie nicht!

 

(Dieser Text wurde uns von limalisoy zur Verfügung gestellt)

1 Kommentar

  1. So ist es. Und das betrifft auch nicht Alleinerziehende. Wenn der Mann nämlich den ganzen Tag weg ist (Arbeit) und nicht frei machen kann… und man keine Oma etc. zur Hand hat, weil die nicht wollen oder können und keine Freunde/Nachbarn die einspringen. Habe ich selbst schon öfter durchmüssen: Magen-Darm mit Fieber und Schüttelfrost war am schlimmsten. erkältung geht noch. Und JA, der Fernseher ist dann oft der Babysitter – was willste machen!

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