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Ein Gastbeitrag von Stephanie aus Aachen.

Nachdem ich meinen 7-jährigen Jungen ins Bett gesteckt hatte, nachdem der Lärm des Tages zur Stille geworden war, waren meine Gedanken nun das lauteste Geräusch im Raum. Nachdem ich nämlich den Tag zuvor müde auf der Couch zusammengebrochen war, begann sich dieser tiefe und dumpfe Schmerz in meiner Brust zu bilden. Ich hatte keine andere Wahl, als mich darauf zu konzentrieren wie schnell mein Atem und mein Herz ging.

Ich fühlte sofort die Panik, und meine Gedanken flitzten durch meinen Kopf, während ich versuchte, mich an das letzte Mal zu erinnern, als ich meinen Jungen wirklich ansah, das letzte Mal, als ich ihn wirklich festhielt, das letzte Mal, als er mich wirklich brauchte. Er wird mit jedem Wimpernschlag älter und es passiert so viel schneller, als ich es je für möglich gehalten hätte.

Weg ist das Baby, dessen Überleben massgeblich von mir abhing. Weg ist der kleine Junge, der mich ständig um Essen gebeten hat. Ich bekam stattdessen diesen 7-jährigen Jungen, der ein unerschütterliches Vertrauen in seine Entscheidungen hat, der sich Gedanken macht, die von unabhängig von meinen eigenen sind. In mancherlei Hinsicht fühlt es sich so an, als wäre diese Metamorphose über Nacht passiert. Aber die vergangene Zeit erzählt eine andere Geschichte. Wir haben die letzten sieben Jahre damit verbracht, uns darauf einzustellen. Ich wusste nur nicht, dass es so schnell kommen würde.

Damals, was sich jetzt wie eine ferne Vergangenheit anfühlt, gab es nur mich und mein süßes Baby gefangen in endlosem Stillen, Windelwechseln und Nickerchen und die Zeit schien für uns unendlich zu sein. In diesen frühen Jahren, in denen man zum ersten Mal Mutter wird, ist das Leben so voller Unsicherheiten: Du lernst so viele neue Meilensteine ​​deines Kindes kennen, dessen man sich in dem Moment manchmal gar nicht bewusst ist.

Du bist so müde. Du verbrauchst große Mengen an Koffein, um durch den Nebel der Müdigkeit blicken zu können. Während dieser Phase kannst du dir nicht vorstellen, wie schnell du und dein Kind von jedem Lebensabschnitt in den nächsten schlittern werden und du versuchst innezuhalten, um genau diesen Moment für immer festzuhalten, indem ihr euch gerade befindet. Niemand sagt dir, dass du dich eines Tages umdrehen wirst, um dein Baby zu suchen, denn dieses Baby wird plötzlich weg sein.

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Die Realität ist, dass dieser Junge, mein Erstgeborener, niemals dazu gedacht war, für immer mein zu sein, im Gegensatz zu dem, was mein Herz mir jedes Mal sagt, wenn ich ihn einen weiteren Schritt in Richtung Welt machen sehe. Ich möchte schreien: „Hey, wo gehst du hin? Du gehörst zu mir! „Natürlich soll er immer weiterziehen und seine eigenen Zeichen setzen. So wie seine Zeit im Mutterleib gegrenzt war, so wird seine Zeit in meinem Zuhause nicht für immer sein. Er wird nur so lange hier sein, damit er sich behaupten kann, damit er reifen und dann weiter in seinen nächsten Lebensabschnitt ziehen kann.

Als er 7 wurde, kam diese Erkenntnis irgendwie aus dem Nichts und traf mich wie eine Tonne Ziegelsteine. Ich war wie betäubt. Als wäre der Wind aus meinen Segeln genommen worden. Natürlich würde das passieren. Die Jahreszeiten ändern sich, die Zeit schweift von einer Minute zur nächsten und Kinder wachsen zwangsläufig zu Erwachsenen heran. Ich weiß das. Ich hatte es nur die ganze Zeit verdrängt. Ich schätze, mein Kopf war mit anderen Dingen abgelenkt und ich habe nicht richtig aufgepasst. Und jetzt stehe ich hier…

Ich habe mir vorgenommen, jeden Moment mehr zu genießen und bewusster zu erleben. Ich spüre das Gewicht seines wachsenden Körpers, wenn er mich umarmt, die nassen Küsse, die er immer noch liebevoll austeilt,- natürlich nur zur Schlafenszeit. Ich präge mir das Aussehen seines Gesichts jeden Tag ein und ich merke, wie es sich allmählich in das eines Jugendlichen und weniger in das meines kleinen Jungen verwandelt und formt.

Ich habe versucht, den Pausenknopf zu aktivieren und ganz bewusst über die letzten sieben Jahre der Umarmungen, Küsse und der Liebe nachzudenken. Während der Schmerz und die Trauer um mein Baby nicht sofort nachlässt, so wandelt sie sich langsam zu einer großen Dankbarkeit für die Zeit, die wir gemeinsam erleben durften. Ich nehme also endlich den dringend benötigten Atemzug, während mein schlafendes Kind immer noch sicher an einem Ort ist, wo ich ihn noch einen Moment länger betrachten kann, bevor der nächste Lebensabschnitt unerwartet über uns hereinbricht.

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