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Ein Gastbeitrag von Lisa aus Koblenz

Als ich mit meinem dritten Kind im sechsten Monat schwanger war, habe ich es nicht einmal geschafft, länger als 19.30 Uhr wach zu bleiben. Sobald ich meine beiden Kinder ins Bett gebracht hatte und mich aufs Sofa legte, fielen mir die Augen zu. Zack, Ende. Nichts, was ich mir vorgenommen hatte war anscheinend so wichtig, wie endlich wieder die Augen schließen zu können. Staffelfinale vom Bachelor? SCHNARCH. Mit dem Mann romantisch zu Abend essen? Fehlanzeige. Gemeinsam einen Film gucken? Hahahaha!

Ich erinnere mich daran, wie mein Mann mich beobachtete und mich inständig bat, doch bitte wenigstens EINMAL wach zu bleiben – er fühlte sich einsam und vernachlässigt. Er vermisste mich, aber ich konnte einfach nicht anders. Ich fühlte mich zwar schuldig, aber selbst diese Schuldgefühle waren nicht stark genug, um mich irgendwie wach zu halten.

Von Woche zu Woche nahm ich stetig zu und mein Körper brauchte Ruhe. Ich fühlte mich, als hätte ich permanent ein paar Schlaftabletten intus und als hätte ich diese mit einem hochprozentigen Cocktail runter gespült. IMMER.

Nachdem ich mit meiner Hebamme über mein Dilemma gesprochen hatte, nämlich, dass ich es nicht schaffe, auch nur einen Film länger als fünf Minuten zu erleben oder gar Zeit mit meinem Mann zu verbringen, sah sie mich an und sagte: „Sag ihm, er wird darüber hinwegkommen. In dir wachsen Organe heran. Du züchtest ein menschliches Wesen. “

Ich fühlte mich bestätigt, nachdem ich das gehört hatte. Ich brauchte noch eine weitere Meinung und fragte beim nächsten Ultraschall meinen Gynäkologen. Auch dieser sagte mir, dass das alles völlig normal sei.
Schwanger zu sein ist verdammt anstrengend. Manche Frauen fühlen sich im ersten Trimester wie ein angeschossenes Reh. Andere kämpfen eher am Ende der Schwangerschaft mit lähmender Müdigkeit. Und viele von uns sind die ganze, verdammte Zeit müde. 41 Wochen lang.

 

Es spielt keine Rolle, ob du während das Baby in dir wächst, zu Hause bleiben kannst oder, ob du arbeiten gehen musst. Ein kleiner Mensch wächst in dir heran und das fordert deine ganze Kraft. Eigentlich müssten Schwangere immer 12 Stunden Schlaf pro Nacht schlafen und zwischendurch essen. Das würde völlig ausreichen.

Wenn das doch bloß so einfach wäre. Einige von uns bleiben zu Hause und haben noch weitere Kinder, um die sie sich kümmern müssen. Manche müssen jeden Tag arbeiten gehen, und viele von müssen sogar alles zusammen wuppen. Schau dir doch den Alltag von uns Frauen an, wir müssen Wäsche waschen, Geschirrspüler ein- und wieder ausräumen oder einkaufen gehen. Häufig sehen wir aus wie Zombies!

Ich kenne das Gefühl, das man glaubt, das es nie aufhören wird. Ich fragte mich selber immer wieder, ob ich wohl jemals meine Energie zurück erlangen würde und ich hatte Angst, mich für immer so schlapp fühlen zu müssen.

Ich erinnerte mich dann gerne an die Worte meiner Hebamme. Und wenn ihr mal wirklich darüber nachdenkt, wie großartig unser Körper ist, er kann Haut und Haare und Augäpfel „basteln“, dann lässt sich die Müdigkeit viel besser ertragen.

Also Mama, gib dich deiner Erschöpfung hin und damit meine ich, dass du dich so oft wie möglich in dein Bett oder auf dein Sofa legen solltest.

Deine Energie wird irgendwann zurückkommen. Dein Kind könnte 8 Monate alt oder 18 Jahre alt sein, wenn sie wieder da ist, deine Energie. Der Zeitpunkt spielt keine Rolle.

Hab keine Angst deine Wünsche ganz konkret zu äußern, auch wenn das bedeutet, ein „Bitte nicht stören“ -Schild für zwei Monate an deine Haustür zu montieren.

Ich weiß sehr genau, dass diese Erschöpfung völlig normal ist. Hab bitte auch keine Angst, der Hausarbeit ab und an den Mittelfinger zu zeigen. Es gibt verdammt nochmal wichtigere Dinge, um die du dich gerade kümmern musst. Schlafen zum Beispiel.

 

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