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Von Lisa aus Münster

Man ließt immer wieder in Foren und Gruppen von Müttern die sagen, sie fühlen sich als wären sie alleinerziehend, weil ihr Mann so oft unterwegs ist.

Dann rollten alleinstehende Mütter mit den Augen.

Als wirkliche alleinerziehende Mutter (die wirklich keinen Partner haben und der Mann nicht nur auf einer Geschäftsreise ist und dann wieder nach Hause kommt), nervt und verärgert mich die Tatsache, dass dies immer noch etwas ist, was Mütter mit Partnern sagen. Ständig.

Hey, Mütter mit Partnern, wisst ihr was? Ihr seid keine alleinerziehenden Mütter, und wenn ihr aufhören könntet, euch mit uns zu vergleichen, wäre das toll. Wenn dein Partner übers Wochenende weggeht, auf Geschäftsreise ist oder die ganze Woche besonders lange arbeitet, heißt das nicht, dass du unseren Kampf romantisieren kannst. Du verstehst immer noch nicht, was es bedeutet, für alle Bedürfnisse deines Kindes allein aufkommen zu müssen, und das zu jeder Tageszeit, jeden Tag.
Ich bin eine alleinerziehende Mutter, seitdem mein Sohn 3 Monate alt ist. Er ist jetzt 4 Jahre alt. Aber ich sage dir, als er ein Neugeborener war und sein Vater und ich noch zusammen waren, habe ich den gleichen Fehler gemacht wie du. Ich dachte, ich würde mich wie eine Alleinerziehende fühlen, weil der Vater meines Sohnes so viel gearbeitet hat.

Ich hatte natürlich ein böses Erwachen vor mir. Weil ich jetzt alleinerziehend bin, und ich möchte zurückgehen und mir selbst sagen, dass ich meine Klappe halten soll.

Wenn man alleinerziehend ist, ist man für alles verantwortlich. Sicherstellen, dass die Rechnungen bezahlt werden, Sicherstellen, dass das Kind versorgt wird, Sicherstellen, dass das Haus bewohnbar ist, dass der Kühlschrank voll ist, dass du zuverlässige Kinderbetreuung hast, dass du dich an dein Budget hältst – jeder einzelne Aspekt der Elternschaft liegt auf deinen Schultern. Partner-Mütter, die sagen, dass sie sich wie alleinerziehende Mütter fühlen, haben keine Ahnung, was es bedeutet, diese Sorgen langfristig zu haben.

Sicher, du magst für eine gewisse Zeit für alles verantwortlich sein, aber du weißt auch, dass deine Vollzeitbeschäftigung ein Enddatum hat. Dein Partner kann sogar für längere Zeit weg sein, und während das aus vielen Gründen schwierig ist, trägt er wahrscheinlich immer noch finanziell zum Haushalt bei und bietet seine emotionale Unterstützung an. Du weißt, dass es eine vorübergehende Situation ist und dass die Umstände, die es in dein Leben bringt (wenn auch schwierig), begrenzt sind.

Mütter mit Co-Eltern kennen nicht die Wochen, Monate und Jahre des Stresses um alles geregelt zu bekommen, was jeden Tag getan werden muss. Alleinerziehende Mütter brauchen zusätzliche Stunden am Tag, wirklich. Ihr wisst nicht, wie es ist, auf unbestimmte Zeit keine Hilfe zu haben.

Nun, bevor du mit dem „Wir haben niemanden in der Gegend, der dir hilft, wenn mein Partner nicht da ist!“ kommst, sei still. Auch hier ist die Zeit allein begrenzt. Dein Partner wird irgendwann zurück sein, um seine Position wieder einzunehmen.

Ich hatte das Glück, eine Weile bei meinen Eltern zu wohnen, und als ich wirklich eine Pause brauchte, konnten sie mir helfen, wie es die meisten Großeltern tun würden. Aber sie sind fleißige Menschen, die immer noch arbeiten und andere Verpflichtungen haben, und sie waren nicht meine Kindergärtner. Ich wollte mein Kind nicht zu ihrer Last machen. Das ist eine große Sorge für alleinerziehende Mütter: eine Last zu sein. Du lernst, so selbstständig wie möglich zu sein, alle deine Lasten zu schultern und zu verschweigen, was diese Lasten mit dir machen.

Ihr Mütter mit Partnern kennt die schlaflosen Nächte nicht, bei denen man sich um euer Kind sorgt, weil es etwas verpasst, weil es keinen Vater hat. Sie anzusehen, wenn sie schlafen und zu hoffen, dass sie wissen, was du alles für sie tust. Beten, dass sie denken, dass du eine gute Mutter bist, auch wenn du dir ziemlich sicher bist, dass du total versagst.

Du verstehst nicht, wie es ist, immer der Starke sein zu müssen, weil es niemanden gibt, der dich schwach sein lässt. Mitten in der Nacht allein zu sitzen und leise zu weinen, weil man es einfach leid ist, die ganze Verantwortung zu übernehmen und niemanden zu haben, der es wirklich versteht. Wenn dein Kind dich gerade an den Rand der Verzweiflung gebracht hat, und du derjenige sein musst, der die ganze Kraft ihrer extremen Emotionen trägt. Die ganze Zeit. Du wirst nie spüren, wie dein Kind dich umarmt, während du weinst und dir sagst, dass ihr „zusammen arbeiten“ werdet, um durch die harten Zeiten zu kommen, etwas, was ein Dreijähriger nie zu seiner Mami sagen sollte.

Ihr kennt die einsamen Nächte nicht in denen ihr euch fragt, ob jemand euch und euer Kind jemals so lieben wird, wie ihr beide es verdient habt, geliebt zu werden.

Ihr Mütter mit Partnern wisst, dass die Person, die ihr liebt, zurückkommt. Ihr habt einen Menschen, der euch liebt. Eure Kinder haben jemanden außer euch, der sie liebt. Ihr werdet niemals die mitleidigen Blicke von wohlwollenden Frauen mit Partnern ertragen müssen.

Während du für eine gewisse Zeit in unseren Schuhen lebst, kannst du sie ausziehen. Deine Zugehörigkeit zu uns ist begrenzt und du kannst in dein normales Leben zurückkehren. Du kannst dir Zeit für dich nehmen, wenn dein Partner zurückkommt. Du kannst auf Mädchenausflüge und Junggesellinnen-Wochenenden gehen. Es ist wahrscheinlich, dass du dich an die alleinerziehende Mutter wendest und mit einem dramatischen Seufzer sagst: „Ich weiß nicht, wie du das die ganze Zeit machst.“ Und diese Mutter wird einfach mit den Achseln zucken und sagen: „Ich muss. Wer sonst wird es für mich tun?“

Also, bevor du losziehst und deinen vorübergehenden Status als alleinerziehende Mutter verkündest, denke über diese Antwort nach: „Wer sonst wird es für mich tun?“ Niemand. Und das an und für sich ist der Grund, warum du keine alleinerziehende Mutter bist; du bist nur für eine Weile allein erziehend. Es gibt einen Unterschied.

3 Kommentare

  1. Liebe Lisa ,

    um ehrlich zu sein finde ich es erschreckend mit welcher Selbstgefälligkeit Du über Mütter herziehst die einen Partner haben und sagen sie „fühlen“ sich Alleinerziehend.
    Es ist schade für Dich das Du schon so lange Zeit Alleinerziehend bist aber es gibt Dir noch lange nicht das Recht andere Mütter hier regelrecht schlecht zu machen „nur“ weil sie einen Partner haben.

    Es gibt so viele verschiedene Gründe warum eine Mutter sagt ich fühle mich Alleinerziehend oder gar ich bin Alleinerziehend trotz das Sie einen Partner hat. Ich selber habe mehrere Situationen kennengelernt…ich war das, was Du als richtig Alleinerziehend bezeichnest…nämlich ohne Partner…..ich hatte aber auch zweimal das „Vergnügen“ einen Partner zu haben und dennoch Alleinerziehend zu sein. Inzwischen habe ich einen Mann der uns wirklich unterstützt und auch tatsächlich eine Hilfe ist was nicht bedeutet das alles gleich viel einfacher ist. Klar die Sorgen werden geteilt…man kann reden und sich austauschen…andere Probleme sind die selben wie bei Alleinerziehenden.

    Wenn Du jedoch einen Partner hast der nie da ist und nach der Geburt feststellte das ein Kind ja Arbeit macht ist das nicht gerade eine Situation die einen als Mutter entlastet. Was bringt mir ein Mann oder Partner der zwar jeden Abend und am Wochenende zu Hause ist aber mit dem Kind und allem was dazu gehört nichts zu tun haben will.
    Dann muss man als Mutter dennoch jede Nacht aufstehen, man sitzt dennoch alleine am Bett wenn das Kind krank ist oder bekommt vom Partner zu hören das man schauen soll das das Kind endlich aufhört zu schreien wenn es Zähne bekommt oder anderweitige Schmerzen hat. Im Gegenteil, dann wird sogar der eigene Partner und Vater zu einem Problem was man noch dazu hat. Du musst deinem Kind immer wieder Fragen beantworten warum der Papa nie was mit ihm macht und ob Papa Ihn/Sie nicht lieb hat. Man ist also dennoch für alles selber und ALLEINE verantwortlich obwohl es ja einen Vater gibt. Fakt ist….nach der Trennung hatte ich weniger Stress wie davor. Das ganze ist 10 Jahre her und der Vater (eher Erzeuger) zeigt nicht das geringste Interesse für sein Kind. Für IHN EXISTIERT DIESES KIND EINFACH NICHT!!!

    Dann hatte ich jemanden der ein Dienstleistungsunternehmen hatte. Anfangs lief alles gut…..er nahm meinen Sohn an und unternahm viel mit uns und Unterstützte uns. Als unser Gemeinsames Kind unterwegs war arbeitete er immer mehr…vergrößerte sein Unternehmen und baute eine Landwirtschaft auf was mein Einkommen werden sollte. Die Realität sah leider nicht so rosig aus. Er war von Sonntag Abend 21 Uhr bis zum darauffolgenden Samstag 13 Uhr mit dem LKW unterwegs. Juchhuuuu…bleiben also ganze 32 Stunden Zeit als Familie würdest Du nun sagen. VON WEGEN! Er kommt abgespannt nach Hause….will nur noch schlafen und seine Ruhe haben….er muss immerhin am nächsten abend wieder weg……einer müsse ja schließlich das Geld nach Hause bringen. Über Sorgen und Probleme reden oder Entscheidungen besprechen die anstanden war nicht gegeben. Also hatte ich auch in diesem Fall die wenigen Stunden einen Partner im Haus und war dennoch alleine.

    Auch deine Angesprochene Finanzielle Entlastung kannst du vergessen. Nur weil ein Partner da ist, ist nicht Automatisch mehr Geld vorhanden. Das ist ein Trugschluss! Klar kannst Glück haben das der Partner gut verdient aber das Glück hat nicht jeder und so bleiben die Finanziellen Sorgen genauso bestehen wie bei Alleinerziehenden.

    Ebenso das Thema Jobsuche….selbst wenn du einen Partner hast der aber die ganze Woche nicht da ist hast die selben Probleme zu bewältigen wie Alleinerziehende. Du brauchst einen Job wo du alles unter einen Hut kriegen musst….der Partner kann dich hierbei schließlich nicht unterstützen wenn er nicht da ist. Auch zu zweit müssen die Rechnungen gezahlt werden….wenn aber nur wenig Geld vorhanden ist wird auch dies jeden Monat aufs neue zur Herausforderung.

    Da du ja hier der Meinung bist nur weil man einen Partner hat …auch wenn er nicht da ist…wäre alles einfacher könnte ich ja hier einfach mal die Behauptung aufstellen das auch DU nicht Alleinerziehend bist. Du hast ja scheinbar Familie in der Nähe die dich entlasten könnte….also hast auch Du die Möglichkeit mal auf nen Mädelsabend ect. zu gehen. Wenn Du dies für Dich selber jedoch ablehnst darfst dich auch nicht drüber beklagen.

    Dieses Glück Familie im Hintergrund zu haben hat nämlich nicht jeder. Bevor ich meinen jetzigen Mann hatte war ich gute 8-9 Jahre NIE weg, trotz Partner! Ich hatte nicht das Glück hier eine Oma/Opa, Tante Onkel oder sonst wen zu haben der mir die Kids auch nur mal für zwei Stunden hätte abnehmen können. Ich bin gute 9 Jahre lang Tag und Nacht ALLEINE für meine Kids da gewesen….habe alle Probleme alleine meistern müssen. Klar konnte ich den Partner anrufen aber eine wirkliche Hilfe ist das auch nicht wie Du sicher weist….oder willst Du jetzt behaupten du rufst nie jemanden an wenn Du Probleme hast? Muss ja nicht der Partner sein…können ja auch Eltern oder Freunde sein.

    Und im Grunde muss man auch als ein Elternteil nicht gleich Alleinerziehend sein….zu jedem Kind gibt’s noch einen anderen Elternteil der sich nach einer Trennung mit ums Kind kümmern sollte/kann.
    Somit könnte man sich einige Aufgaben auch teilen so das nicht alles an einem Elternteil hängen bleibt.

    Aus eigener Erfahrung weis ich das dies nicht immer möglich oder umsetzbar ist. Hier sind die Gründe genauso vielfältig wie wenn jemand sagt ich fühle mich alleinerziehend.

    Denk vielleicht mal drüber nach bevor Du andere Mütter diskriminierst. Du steckst nicht in deren Haut…Du lebst nicht deren Leben und hast keine Ahnung welche Probleme und Hürden sie zu bewältigen haben…..ganz egal ob mit oder ohne Partner!

    • Dieser Kommentar war mir mehr Wert als der gesamte Beitrag!

      Gerade, da die Beitragschreiberin nochmal bei den Eltern gewohnt hat.
      Über andere herzuziehen, aber diesen Mutti-Service nutzen, was viele Frauen nicht können, weil da einfach keine Mutti mehr ist, hat mich direkt wütend gemacht. Da könnte man sagen du warst ja gar nicht richtig allein erziehend, du hattest ja deine Eltern, die dir zumindest nachts anscheinend geholfen haben und ein Dach übern Kopf gegeben haben! Liebe Lisa: Hör bitte auf andere Frauen, die auch kämpfen, zu denunzieren.

      An alle da draußen- Bleibt stark! Peace

  2. Dieser Kommentar war mir mehr Wert als der gesamte Beitrag!

    Gerade, da die Beitragschreiberin nochmal bei den Eltern gewohnt hat.
    Über andere herzuziehen, aber diesen Mutti-Service nutzen, was viele Frauen nicht können, weil da einfach keine Mutti mehr ist, hat mich direkt wütend gemacht. Da könnte man sagen du warst ja gar nicht richtig allein erziehend, du hattest ja deine Eltern, die dir zumindest nachts anscheinend geholfen haben und ein Dach übern Kopf gegeben haben! Liebe Lisa: Hör bitte auf andere Frauen, die auch kämpfen, zu denunzieren.

    An alle da draußen- Bleibt stark! Peace

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