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Mein Name ist Anna und ich komme aus Köln.

Meine Kinder waren wirklich winzig, als sie geboren wurden. Ich nannte sie immer liebevoll meine kleinen Hühnchen, weil ihre Gliedmaßen so lang und so mager waren, dass sie wirklich wie kleine Hühnchen aussahen. Keine dicken Kugelbäuche oder gar dicke Wangen, erst recht keine knubbeligen Grübchenschenkel. Beide waren wirklich unfassbar schlank. Meine Vagina und ich waren sehr dankbar darüber, dass wir jeweils nur knapp drei Kilo Baby hinausschieben mussten, aber nachdem sie dann geboren waren, wurde es zu einem Vollzeitjob, ihr Gewicht zu steigern.

In der Krabbelgruppe musste ich meinen dürren Kindern stets zwei Hosen übereinander anziehen, weil ihre Hosen sonst permanent in den Knien hingen. Zur Grundschulzeit hatten sie einiges an Gewicht zugelegt, deshalb wundere ich mich auch, warum meine Kinder immer so schmächtig auf die Welt kommen. Eine Theorie besagt, dass sie im Mutterleib einfach zu viel Energie für den Aufbau ihrer Organe gebraucht haben, so dass ihr Fett nur so schmolz. Ich wünschte wirklich, das würde bei mich heute auch noch funktionieren.

Im Laufe der Jahre konnte ich mir also einen ordentlichen Erfahrungsschatz in Sachen „Dünne Kinder“ aneignen und diesen teile ich heute mit euch.

1. Die Leute werden euch fragen, ob ihr sie denn auch genug füttert.

Natürlich fütterte ich sie. Ausreichend. Ich verbringe quasi heute noch mein ganzes Leben damit, darüber nachzudenken, was ich ihnen auftischen soll. Selbst, wenn der Arzt mir immer versicherte, dass jedes Kind seinem eigenen Wachstumspfad folgt, wollte ich das nicht glauben und fütterte, was der Kühlschrank und der Busen hergab!

2. Ihr werdet euch ständig Gedanken über die Qualität eurer Muttermilch machen.

Ihr werden euch Dinge fragen,: „Ist das nur Wasser, das da rauskommt?“ Ihr macht euch Gedanken über eure eigene Ernährung und haut rein, was das Zeug hält. Das wiederum ist eine tolle Rechtfertigung, um endlich noch mehr Schokolade essen zu dürfen 🙂

3. Ihr könnt ihnen diese süßen Babyklamotten wirklich eine lange Zeit anziehen! 

Wahnsinn, Größe 98 passte meinem Sohn bis er fast vier Jahre alt war! Natürlich waren die Hosen dann auf eine 3/4 Länge geschrumpft ABER der Hosenbund hat immer noch gepasst!

4. Ihr werdet verrückte Dinge tun, damit sie endlich mal zunehmen

Ihr werdet die Kalorienzahl für alle Lebensmittel auswendig wissen und eure Kinder werden Experten in Sachen Vollfett-Joghurt sein!

5. Ihr werdet den Tag feiern, an dem ihr es auf die mittlere Gewichts-Perzentile geschafft habt.

Meine Tochter war bereits zwei Jahre alt, als sie kurzweilig endlich mal in der Mitte der Gewichtskurze ankam. Tschaakkkaaaaa! Das war eine richtig große Sache für uns, ich hätte weinen können.

6. Eure Kinder passen nicht in altersgerechte Kleidung. NIEMALS! 

Mit 11 Jahren passte mein Sohn gerade mal so in die entsprechend nummerierte Kleidung für sein Alter – zum ersten Mal in seinem Leben. Ich dachte immer, dass alle anderen Kinder echte Riesen sein müssen, weil ihre Kleidung immer so riesig neben unseren Klamotten wirkte.

7. Eure Kinder werden viel früher laufen lernen, viel früher, als ihr dafür bereit seid.

Zumindest war das bei meinen Kindern so. Im Grunde genommen waren sie noch zu schwach um eine Zeitlang zu sitzen, aber plötzlich liefen sie mir einfach davon. Und wie schnell! Mobile neun Monate alte Menschen, die sonst noch über keine weiteren Entscheidungsfähigkeiten verfügen, bringen viele Abenteuer und hohen Blutdruck mit sich.

8. Eure Mütter werden sich NOCH mehr Sorgen über das Gewicht der Kinder machen als ihr selbst.

Meine Mutter hat mich echt gestresst. Meine Mutter liebt es anscheinend, Menschen zu ernähren, besonders Babys. Omas geben unaufgefordert Tipps, wie man dick und rund wird. Das passierte bei uns aber einfach nicht, also nervte sie mich permanent. Arrhghghgh 🙁

9. Ihr werdet die Speckfalten der Babys eurer Freunde mit Ehrfurcht betrachten.

Ich erinnere mich noch daran, dass das Kind meiner Freundin tiefe Speck-Falten in der Mitte ihrer Arme hatte. So etwas hatte ich noch nie gesehen. „Wie machst du das mit all diesen Speck-Falten bloß beim Baden? Wahnsinn!“

10. Ihr werdet nur Hosen kaufen, die diesen integrierten Gummizug innen haben! 

11. Ihr könnt den gleichen Badeanzug für ungefähr fünf Jahre benutzen.

Meine Tochter trägt immer noch einen Badeanzug für 2-Jährige, sie wird im Juli sechs Jahre alt. Wahre Geschichte. Krass, oder?

12. Euer Kind wird sehr wütend werden, weil Fremde denken, dass sie jünger sind, als sie wirklich sind.

Dies macht die Ausflüge in den Supermarkt noch unangenehmer als üblich. Yipieh. Nicht.

13. Wenn sie krank werden und nicht essen wollen, wird das furchtbar stressig für euch sein.

Diese Krankheitsphasen waren so anstrengend, weil meine Kinder es sich nicht leisten konnten, etwas von ihrem kostbaren Gewicht zu verlieren, welches ich ihnen so mühevoll antrainiert hatte.

14. Es ist sehr schwierig einem Kind ohne Körperfett das Schwimmen beizubringen.

Warum ist das so? Nun ja, Fett schwimmt oben, kein Fett sinkt ab. So einfach ist das. Meine Tochter hat viele Schwimmlehrer verblüfft. Ich scherze nicht. Isso!

15. Eure mageren Kinder passen für eine sehr lange Zeit in euren Schoß.

Freunde, wenn ihr also kleine, schmächtige Kinder zur Welt gebracht habt, dann lasst euch Folgendes gesagt sein: Irgendwann hören die Leute auf zu reden. Eure Kinder werden wachsen, und je älter sie werden, desto weniger werden sich die Menschen darum kümmern, wie viel sie wiegen oder in welche Wachstumsperzentile sie fallen. Ihr werdet immer weniger über jede Kalorie, die in ihren Körper fließt, nachdenken, und ihr werdet entspannter werden, wenn die Kids mal wieder kein Gemüse essen. Ich selber esse heute noch nicht gerne grünes Gemüse.

Irgendwann werden eure Kinder auch rausfinden, wie man beim Schwimmen nicht dauernd absinkt und wenigstens für ne längere Zeit über Wasser bleibt – Ich warte da zwar auch noch drauf aber ich glaube fest dran!

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