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Ein Gastbeitrag von Svenja aus Essen

Die Auswahl des Namens für das noch ungeborene Kind ist fast so schwer wie die Schwangerschaft und Geburt des eigentlichen Babys an sich. (Betonung liegt auf „Fast“) Du verbringst Stunden damit, dich durch Online-Babynamensdatenbanken zu kämpfen und  dein Mann ist genervt, weil du bei Amazon drei riesige Namensbücher geshoppt hast, in die du jetzt jeden Abend vertieft bist.

Ich sage euch eins: Mit der Wahl des Namens ist es noch LAAAANGE nicht vorbei. Bevor ihr euer Kind wirklich so nennt, ist es immens wichtig, den Namen in Echtzeit auf der Straße zu testen. Dabei sollten einige wichtige Kriterien erfüllt werden. Ihr solltet beachten, dass das Leben eures zukünftigen Kindes weder mit abscheulichen Spitznamen noch mit unausweichlichen Assoziationen ruiniert wird.

Hier kommt meine ultimative Testreihe, mit der ihr gucken könnt, ob der Name auch wirklich der richtige ist.

Test Nummer 1: Der Barista-Test.
Gehe in dein Lieblingscafe´ und bestelle unter diesem Namen ein Heißgetränk deiner Wahl.  Steht auf dem Becher der richtig geschriebene Name? Hat die Servicekraft ihn leicht verstehen können? Das Gute an diesem ersten Test ist: Selbst wenn das Ergebnis enttäuschend ist, so hast du zumindest was leckeres getrunken.

Test Nummer 2: Der Spielplatztest.
Funktioniert auch im Einkaufszentrum…. oder im Restaurant. Stell dich inmitten der Menschenmasse hin und schreie den Namen des Kindes. Nun kommt’s: Schauen dich die Leute an, als ob du plötzlich eine andere Sprache sprichst oder wünschen sie dir gar „Gesundheit?“ CHECK

Test Nummer 3: Der Übersetzungstest.
Gib den Namen deines Kindes bei Google Translate ein und finde so heraus, ob der Name deines Babys in einer anderen Sprache evtl. etwas ganz anderes bedeutet.

Test Nummer 4: Der Dialekt-Test.
Woher kommst du und welcher Dialekt wird bei euch gesprochen? Nehmen wir an du kommst aus Sachsen und du willst dein Kind ENRICO oder DOREEN nennen. Nun, daraus wird dann spätestens in der Schule ein „Enrrriiicccöööööööö!“ bzw. eine „Dööörennn!“

Test Nummer 5: Der Reimtest.
Versetze dich nun in die Rolle von fiesen, kleinen Grundschülern. Die können nämlich echt gemein sein, wen es ums reimen geht. „Thorsten hat Borsten!“ „Kranke Anke!“ „Paul ist faul!“ „Susanne Panne!“ und so weiter……

Test Nummer 6: Der Vorname-passt-zum Nachnamen-Test 
Eine Ida Henning ist insgesamt schlüssig. Eine Bella Henning wird B.H als Initialen mit sich tragen, das ist wiederum besonders in der Pubertät eher nicht so der Kracher. Wenn zwei Vornamen ausgewählt werden, sollten diese als Initialen auch eher stimmig sein. Eine Paula -Undine Pottkiker wird eine PU.P, klingt auch semi schön und macht sich auf dem bestickten Kita Rucksack ebenfalls nicht gut. Außerdem finde ich Namen, die aus einem anderen Land kommen zu einem SEHR deutschen Nachnamen auch eher unpassend aber das muss jeder für sich entscheiden. „Summer-Pearl-Hayden Schlönske, kommst du mal?!“

Test Nummer 7: Der Titeltest.
Wie klingt der gewählte Name mit einem offiziellen Titel ? Klingt Dr. med Fanta-Filou Hagenschmidt wie jemand, dem du deine Gesundheit anvertrauen würdest? Natürlich würdest du, wenn du ihn und seine Kompetenz schätzt aber so rein auf Grund des Namens? Hm…….

Test Nummer 8: Der Google-Test.
Google einfach den potentiellen Namen deines Kindes (in Anführungszeichen, damit du auch eine genaue Übereinstimmung erhältst) und dann schau mal, was da auftaucht. Wenn dann 20 Pornodarsteller und sieben Serienmörder auftauchen, solltest du deine Wahl eventuell nochmal überdenken.

Test Nummer 9: Der „Kannst du den Namen bitte wiederholen?“ Test.
Wenn du den Leuten den geplanten Namen deines Babys nennst, frag sie, ob sie ihn wiederholen können? Wenn dann etwas völlig anderes und auch unter Umständen total falsches dabei raus kommt, bedenke: Genau diese Situation wird auch mehrfach auf dein Kind zukommen.

Test Nummer 10: Der Popularitätstest.
Du wünscht dir einen Namen, der nicht ganz so ungewöhnlich ist…. aber du willst auch nicht, dass deine Tochter eine von acht Emmas in ihrer Klasse ist. Verstehe. Schau dir die 100 beliebtesten Namen der letzen 10 Jahre an und wähle mit Bedacht.

Test Nummer 11: Der Assoziations-Test. 
Was wird mit dem Namen deines Kindes in Verbindung gebracht? Kevin ist an sich ein schöner Name, nur wird mit diesem Namen soviel Negatives assoziiert, dass der kleine Kevin später vielleicht echt leiden muss. Wenn jetzt ein kleines Kind Pumuckl heißt und eventuell noch rote Locken hat, wird das auch später in der Pubertät schön für ihn sein? (Randnotiz: Pumuckl ist ein genehmigter Name!)

Test Nummer 12: Der Rechtschreibungstest.
Bitte nun Familienmitglieder und Freunde den Namen eures Kindes so aufzuschreiben, wie sie ihn verstanden haben. Wird es oft falsch geschrieben? Musst du ihn zur Aufklärung mehr als einmal sagen? „Schaklyn!“ mit Sch,K, einem L und y, bitte.

Test Nummer 13: Der Popkultur-Test.
Der Name Khaleesi ist seitdem Game of Thrones im Fernsehen läuft, mega beliebt. Viele Töchter heißen also derzeit Khaleesi. Das ist vielleicht momentan noch in Ordnung, weil die Serie und die Bücher eben total modern und IN sind, aber was passiert, wenn die Popularität nachlässt? Außerdem solltest du darauf achten, ob euer Nachname evtl. auch eine Bekanntheit erreicht hat. Wenn ihr z.B. Merkel mit Nachnamen heißt, dann ist ein Vorname mit A am Anfang vielleicht nicht ganz so cool.

Test Nummer 14: Der zwei-Vornamen Test.
Viele Menschen geben ihren Kindern zwei Vornamen, einer davon sollte zumindest relativ normal sein, wenn die Wahl in Richtung exotische Vornamen fällt. Sprich: Ein Daniel Tarzan hat später die Wahl, ein Tarzan Winnetou hat es da deutlich schwerer später.

Test Nummer 15: Der Haustiernamenstest.
Wir lieben unsere Haustiere aber wir wollen doch bitte unsere Kinder nicht wirklich nach ihnen benennen, oder?

Test Nummer 16: Der Spitznamen-Test.
Wenn ihr eure Tochter z.B Katharina nennen wollt, dann werden die Leute sie irgendwann  zwangsläufig Kathi nennen oder auch Kat. Kata. Miezekätzchen. Wenn du damit einverstanden bist, super- Katharina ist es. Wenn du aber nicht Stunden deines Lebens damit verbringen willst „Sie heißt SUSANNE, nicht SUSI!“ zu kreischen, dann könntest du deine Wahl nochmal überdenken.

Weißt du, der Namen dem du deinem Kind gibst, wird nicht nur ein wichtiger Teil seines Lebens, sondern auch ein wichtiger Teil seiner gesamten Identität ausmachen- der erste Eindruck bei jedem, mit dem er jemals in Kontakt kommen wird. Vielleicht mag es sich für dich bzw. euch ein wenig seltsam anfühlen, den Namen eines noch nicht geborenen Kindes auf dem Spielplatz laut kund zu tun, oder die Schwägerin zu fragen, wie sie den Namen  buchstabieren würde ABER sieh es einfach als Praxistest für all die seltsamen Dinge, die dein Kind während seines Lebens erleben wird, an. Der gewählte Name sollte keine Hürde für das Kind sein, sondern ihm im besten Falle eine große Freude bereiten und ich kann mit NICHT vorstellen, dass ein Don Armani Karl-Heinz sich später wirklich über seine Namen freuen wird.

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