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Ein Gastbeitrag von Hannah aus Koblenz

Neulich lud ich ein paar Mamas aus der Kita zu mir zum Kaffee ein, während die Kinder zusammen spielten. Eine Mama erzählte uns, dass sie vom „Vertusch-Syndrom“ unter Müttern total genervt ist. Als ich nachfragte, was sie genau damit meinte, erklärte sie, dass das „Vertusch-Syndrom“ bedeutet, dass jemand so tut, als habe er alles im Griff, obwohl das vielleicht gar nicht stimmt.

Ja, ich weiß, die neuen Kommunikationsmöglichkeiten sind verlockend, um etwas zu vertuschen. Ich ließ heute z.B ein lautes „Scheiße, verdammt!“ fallen, nachdem ich mit dem Buggy über einen riesengroßen Hundehaufen gefahren bin. Ich schimpfe häufiger mal im Park. Das war nämlich nicht das erste Mal, dass ich über einen Hundehaufen gefahren bin und es nervt mich gewaltig. Mein bester Freund gab mir den Tipp, dass ich doch am besten ein Fake-Profil bei Facebook anlegen sollte, um mir dort Luft machen zu können, ohne das es jemand liest, der mich kennt. Hallo, Schwiegermama 🙂

Auf meinem Heimweg erinnerte ich mich zum tausendsten Mal selbst daran, dass mich die LEUTE bitte so nehmen soll, wie ich bin. Ich bin, wie ich bin. Ende. Ich bin die Mutter, die viel zu selten ihre Haare färbt, die, die sich stundenlang in einem 1-Euro-Shop aufhalten kann und eben auch die, die flucht, wenn sie sich ärgert. So bin ich eben. Ich bin allerdings auch wahnsinnig verliebt in meine Kinder und in meinen Mann, ich bin eine gute Freundin und ich bin leidenschaftlich interessiert am aktuellen Zeitgeschehen. So schlecht kann ich also gar nicht sein,

Wenn jemand dich mit deinen Fehlern nicht akzeptiert, dann verdient er dich im Ganzen eben auch nicht.

Wenn ich nun 24/7 strahle, als on mir die Sonne direkt aus dem Popo scheint, es aber in Wirklichkeit ganz anders in mir aussieht, dann ist das schlichtweg falsch. Wir sollten authentisch bleiben dürfen, gerade im Zusammenleben mit anderen Mamas.

Mama zu sein macht mich zum einen unfassbar glücklich und andererseits bringt mich diese Rolle auch definitiv an meine Grenzen. Ich dachte z.B, dass ich ein sehr geduldiger Mensch wäre – bis ich Mutter wurde. Ich bin nicht sehr geduldig.

Das Mamasein betont unsere Fehler und vergrößert gleichzeitig unsere Herzen um das 1000fache. Es ist chaotisch, es ist anstrengend, und du brauchst Leute um dich herum, die dich so nehmen, wie du eben bist.

Unter Müttern ist soviel Scham vorhanden. Man möchte seine Fehler bloß gut verstecken. Ich wollte z.B. noch nie besser sein, als darin, eine tolle Mutter meiner Kinder zu sein. Ich wünsche mir nichts mehr als eine lebenslange gute Bindung zu ihnen. Um ehrlich zu sein: Ich mache täglich Fehler. Und auch wenn es vll. nicht schön ist, so ist es eben ganz normal, das auch mal zuzugeben.

Derzeit beschäftigt mich z.B die Frage, ob ich meinen Kindern auch wirklich gerecht werde. Ich werde durch mein Handy abgelenkt, von der Arbeit gestört und außerdem plagt mich der Wunsch, doch endlich mal 10 Kg abzunehmen. Der Alltag ist ein echter Kampf machmal. Es ist ein verdammter Balanceakt: Du musst genug Zeit für die Kinder haben UND du darfst dich selbst dabei gleichzeitig nicht vergessen. Gar nicht so einfach.

Ich habe mir jetzt vorgenommen, nichts mehr zu vertuschen. Wenn mir ein lautes „Sch…“rausrutscht, dann ist das eben so. Auch auf Facebook, Hallo Schwiegermama. Wenn ich einen Fehler mache und z.B. eines meiner Kinder anschreie, dann entschuldige ich mich dafür.

Keine Mama auf dieser Welt scheint 24/7 die Sonne aus dem Popo. Glaubt es mir, sie tun nur so.

Du musst nichts beweisen. Bleib lieber authentisch.

Wenn du mit Leuten zusammen bist, die dir das Gefühl geben, dass du so tun musst, als ob du dich anpassen müsstest, hörst du entweder auf so zu denken oder aber du suchst dir einfach neue Freunde.

Du hast Authentizität verdient und falls es dir heute noch niemand gesagt hat, so hole ich das jetzt einfach nach:

Ich sehe dich mit all deinen Fehlern und du bist wunderschön.

Deine Kinder lieben dich mehr, als du denkst.

Du bist toll.

 

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