Close-up of young pregnant woman touching her abdomen while sitting on the couch
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VON MAJA BÖHLER

Wie kann eine Schwangerschaft neun Monate lang unentdeckt bleiben? Das fragt sich unsere Kolumnistin, die Hebamme, bis heute. Und erinnert sich an eine der ungewöhnlichsten Geburten ihrer Laufbahn.

Was für ein Anblick das für die beiden Mädchen gewesen sein muss. Ein Baby auf dem blanken Fliesenboden. Alles voller Blut und Schleim. Die Nabelschnur, dieses bläuliche Verbindungskabel, das noch in den Körper der Mutter führte, hinein in ihre Freundin. Die doch – so dachten sie – nur wegen Bauchweh und Verstopfung so lange auf dem Klo war. 

Es war im Herbst 2013. Ich weiß das so genau, weil kurz zuvor meine Kollegin C. zu mir gesagt hatte: »Ich bin gespannt, wann wir die erste Mutter bei uns haben, die in den 2000ern geboren wurde.« Die Kollegin war in den Urlaub gefahren – und wir bekamen diesen Notruf. 

Ich verstand nur Bahnhof, beziehungsweise: Ich hörte nur Kind. Das Kind sei da. Dem Kind gehe es gut. Und der Mutter? Dem Kind auch… Hä? Es dauerte etwas, bis ich das Puzzle zusammengesetzt hatte. In einem Schullandheim im Norden der Stadt hat eine 13-jährige Schülerin eines Schweizer Gymnasiums ein Kind geboren. Auf dem Klo. Im Beisein zweier Freundinnen. 

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