In vitro fertilisation, IVF macro concept

Von Sandra Dibbern

 

Der unerfüllte Kinderwunsch, der verzweifelte Versuch, eine Familie zu gründen, das Warten und Hoffen, unzählige Untersuchungen. Das ist in der heutigen Zeit leider sehr weit verbreitet. Ursachen gibt es viele. Mit dem Ergebnis, auf natürlichem Wege nicht schwanger werden zu können, gehen Frauen unterschiedlich um.

Viele versuchen sich damit abzufinden, andere suchen nach einer „Alternative“.

Immer öfter stolpert man über Wort: Eizellspende. Das Netz bietet viele Informationen zu diesem Thema. Fragen über Fragen, die beantwortet werden müssen. Was sagt das Gesetz? Welche Klinik ist die richtige für mich? Wie sieht die finanzielle Situation aus?

Das sind drei von vielen Fragen.

Was ist eine Eizellspende?

Die Spende von Eizellen wird als Abgabe (anonym, unentgeltlich und uneigennützig) einiger Eizellen einer Frau definiert, damit eine andere Frau ein Kind bekommen kann. Diese Eizellen kommen also aus der natürlichen Reserve der Eierstöcke und würden normalerweise ungenutzt bleiben.

Die Eizellenspende ist daher, zwar eine Abgabe von etwas Eigenem an eine andere Person, bedeutet aber keinen Verlust von etwas Unwiederbringlichem. Man kann auch sagen, dass Eizellen genutzt werden, die die Spenderin niemals brauchen wird.

Die weibliche Eizelle enthält die genetische Information der Frau, genau wie das Sperma die des Mannes enthält. Dennoch ist der Mensch einzigartig und einmalig, da im Moment der Befruchtung der Eizelle grundsätzlich verschiedene Kombinationen der genetischen Informationen des Vaters und der Mutter entstehen.

Die Schwangerschaft selbst ist ein langer Prozess, in welchem das zukünftige Kind eine enge Bindung zur Mutter hat. In diesem Prozess erhält es nicht nur die für seine Entwicklung notwendigen Nährstoffe, sondern auch den Immunschutz der es austragenden Mutter.

Letztendlich aber ist es die Liebe der Eltern für ein ersehntes Kind, das in einer liebevollen Familie aufwachsen wird, die dieses Kind erst wirklich zu einer Person werden lässt. Anders ausgedrückt: Auch wenn die Spende einer Eizelle eine unersetzliche Rolle bei der Entstehung eines neuen Menschen spielt, so sind auch die Befruchtung mit dem Samen des Mannes, eine glücklich verlaufende Schwangerschaft und das Heranwachsen des neuen Menschen im Schoße einer liebevollen Familie unverzichtbar.“

Wie sehen die gesetzlichen Regelungen aus?

Ein wichtiges Thema, wenn man die Eizellspende als letzte Möglichkeit ein Kind zu bekommen in Erwägung zieht.

Die Eizellspende ist vom Gesetz her in Europa unterschiedlich geregelt.

Es gibt Länder, in denen sie verboten ist. Dazu gehören Deutschland, Schweiz, Italien, Litauen, Norwegen, Türkei.

In den meisten europäischen Ländern gibt es dazu keine gesetzlichen Regelungen, vielmals wird sie geduldet. In den Ländern, in denen die Eizellspenden gesetzlich erlaubt und praktiziert wird ( dazu gehören Frankreich, Vereinigtes Königreich, Spanien, Niederlande, Belgien, Tschechische Republik, Slowakei, Polen, Ukraine, Österreich), unterliegt sie zum größten Teil Regelungen, die eine Ausbeutung der Spenderin verhindern sollen. ( Quelle Wikipedia)

Frauen oder Paare, die sich mit diesem Thema beschäftigen, müssen sich also intensiv mit der Rechtslage auseinander setzen.

Wie finde ich die richtige Klinik?

Wenn man das Wort „Eizellspende“ eingibt, erscheinen unendlich viele Kliniken, die so etwas anbieten.

Der erste Kontakt ist wichtig. In der heutigen Zeit, sollte das per Mail oder Live Chat möglich sein, ohne gleich hohe Telefonkosten zu haben.

Die Klinik sollte Ärzte haben, mit denen man sich in der jeweiligen Muttersprache auch verständigen kann.

Nicht gleich die erste Klinik nehmen, nur weil sie bei Google an erster Stelle erscheint.

Gibt es Bewertungen? Kann man mit anderen Patientinnen kommunizieren, sich austauschen? Ratsam ist es auch, im Netz nach Gruppen zu suchen, in denen sich Gleichgesinnte austauschen können.

Kinderwunschkliniken gibt es unzählige, die richtige zu finden, ist ein langer und intensiver Prozess auf dem Weg, doch noch eine Familie gründen zu können.

Wer benötigt eine Eizellspende?

Es gibt Frauen, für die gespendete Eizellen die einzige Alternative sind,ein eigenes Kind bekommen zu können. Es betrifft die Paare, für die es keine ärztliche oder chirurgische Behandlungsmöglichkeiten gibt, die ihnen verhelfen, ein eigenes Kind bekommen zu können. Es gibt unterschiedliche Gründe, warum eine Frau auf eine Eizellenspende angewiesen sein kann. In erster Linie lassen sie sich in zwei große Kategorien einteilen. Entweder hat die Frau keine eigenen Eizellen mehr in ihren Eierstöcken oder aber die vorhandenen Eizellen sind einfach nicht geeignet, Kinder zu bekommen.

Welche Frauen haben keine Eizellen?

Eine Hauptursache dafür, dass eine Frau nicht mehr über eigene Eizellen verfügt, ist eine verfrühte Menopause, die in diesem Fall 15-20 Jahre vor dem dafür sonst üblichen Alter eintritt. Obwohl sie noch jung an Jahren ist, kommt diese Frau also in die Menopause.

Sollte sie bis dato keine Kinder haben, so kann sie mit dieser Diagnose auch keine mehr bekommen, es sei denn, sie erhält die Eizellenspende einer fruchtbaren Frau.

Ergebnisse medizinischer Studien belegen, dass etwa 5% aller Frauen von dieser Diagnose betroffen sind, also eine durchaus höhere Zahl, als weithin angenommen wird.

Wenn die Eierstöcke krebsbedingt entfernt werden müssen, können betroffene Frauen nach Genesung lediglich durch Hilfe einer Eizellenspende durch eine andere Frau Kinder bekommen.

 

Die Frau hat eigene Eizellen, kann sie aber nicht benutzen.

Es gibt bestimmte Umstände, durch die die Frau ihre eigenen Eizellen nicht nutzen und somit keine eigenen Kinder bekommen kann.

Hierbei spricht man von genetischen Anomalien, bei denen die Eizellen keine gesunden Kinder hervorbringen können, weil ihre Chromosomenausstattung defekt ist.

Aber es gibt auch die Fälle, in denen es seitens der Medizin ratsam ist, keine eigenen Kinder zu bekommen, da ein Risiko der Vererbung einer Familienerbkrankheit besteht.

Ein Beispiel dafür ist Hämophilie, auch Bluterkrankheit genannt, bei der die Blutgerinnung gestört ist.

Wie werden Eizellen gespendet?

Das Spenden der Eizellen erfolgt anonym, selbstlos und uneigennützig. Das bedeutet im Klartext: eine Frau spendet Eizellen für eine andere Frau, damit diese ein Kind bekommen kann. Eizellen spenden kann jede gesunde Frau, die die vom Gesetz festgelegten Bedingungen erfüllt. ( bei meiner Recherche habe ich eine Klinik in Spanien ausgesucht)

Wenn eine Spenderin gefunden wurde, müssen die Menstruationszyklen beider Frauen aufeinander abgestimmt werden, damit die Durchführung der Eizellenspende in die Wege geleitet werden kann. Voraussetzung für eine Spende ist, dass sich Spenderin und Empfängerin in der gleichen Phase ihrer Periode befinden. Das kann durch eine medikamentöse Behandlung erreicht werden, die zur Folge hat, dass der Zyklus auf einfache und effiziente Weise reguliert wird.

Die Spenderinnen

Normalerweise entwickelt sich jeden Monat nur eine Eizelle in den Eierstöcken der Frau.

Die Eizellenspende muss aber effizient gestaltet werden. Um das zu gewährleisten, erhält die Spenderin eine Behandlung zur Stimulierung ihrer Eierstöcke.Somit reifen im weiblichen Zyklus mehr als eine Eizelle heran. Warum wird das gemacht? Ganz einfach, nicht alle erhaltenen Eizellen sind für eine Spende verwendbar.

Einige Eizellen reifen im Normalfall nicht vollständig heran. Andere können nicht befruchtet werden. Die Gründe dafür sind bis dato unerklärt.

Es werden eine Reihe Ultraschalluntersuchungen und Hormonanalysen durchgeführt, um die Behandlung zu kontrollieren.

Kurz vor dem Eisprung werden die Eizellen unter Ultraschallkontrolle direkt aus den Eierstöcken abgesaugt.

Wie kann man Spenderin werden?

Die Gesetzgebung legt fest, dass jede Frau, die Eizellen spenden darf, dieses auch freiwillig tut.

Des Weiteren müssen sie folgende Bedingungen erfüllen:

  • Sie müssen zwischen18 und 35 Jahre alt sein.
  • Sie müssen sich in einem guten körperlichen und psychischen Gesundheitszustand befinden.
  • Sie müssen den entsprechenden Vertrag unterzeichnen.
  • Sie müssen geschäftsfähig sein um ihre Zustimmung zu geben.

Möchte man als Spenderin agieren, muss man sich an ein Zentrum mit Spenderprogramm wenden. Dort werden Spenderinnen umfassend informiert und beraten.

Ihr physischer und psychischer Gesundheitszustand wird bewertet.

Die Kandidatin muss sich einer ärztlichen Untersuchung unterziehen, familiäre und persönliche Vorbelastungen werden mit einbezogen.

Ebenso wichtig ist die körperliche Untersuchung, deren Inhalte folgende Informationen sind:

  • Größe, Gewicht
  • Hautfarbe (hellhäutig, braunhäutig)
  • Augenfarbe (braun, blau, grün, bernsteinfarben, schwarz, sonstige)
  • Haarfarbe (blond, hellbraun, dunkelbraun, schwarz, rothaarig, sonstige)
  • Haarbeschaffenheit (glatt, gelockt, gekräuselt, sonstige)
  • Blutgruppe und Rhesusfaktor (A, B, AB, O, +, -, sonstige)
  • Ethnischer TypAußerdem werden bei allen Spenderinnen folgende Untersuchungen durchgeführt:
  • Blutgruppe und Rhesusfaktor
  • VDRL-Test oder eine ähnliche Analyse zur Erkennung von Syphilis
  • Hepatitis-Analyse
  • Aids-Test
  • Klinische Untersuchung zur Erkennung von Röteln, klinische Untersuchung zur Erkennung von Neisseria gonorrhoeae (Gonokokken) und Chlamydia trachomatis (Chlamydien).

Dies bedeutet, dass sich jede Kandidatin für eine Eizellenspende einer umfassenden kostenlosen, ärztlichen und gynäkologischen Untersuchung unterziehen muss. Diese Untersuchung, istnotwendig, um zu gewährleisten, dass sich alle Spenderinnen zum Spendezeitpunkt in einer guten körperlichen und seelischen Verfassung befinden. Diese Untersuchung gibt der Frau in körperlicher wie analytischer Hinsicht genaue Informationen über ihren Gesundheitszustand.

Die Empfängerin

Der weibliche Zyklus von Spenderin und Empfängerin muss aufeinander abgestimmt sein, da die Eizellen nicht aufbewahrt werden können.

Der Eisprung muss also im gleichen Moment sein. Das ist dann auch der richtige Moment, um die Eizellen der Spenderin zu erhalten, sie zu befruchten und in die Gebärmutter der Empfängerin zu transferieren. Die Empfängerin erhält eine entsprechende Behandlung, die die Gebärmutterschleimhaut darauf vorbereitet, einen Embryo aufzunehmen und dann auch zu beherbergen. Die Gebärmutterschleimhaut ist ein Ephitelgewebe in der Gebärmuttermutter, welches dem Embryo ein notwendiges Umfeld bietet, damit es sich einnisten kann. Wenn eine Frau nicht schwanger wird, degeneriert die Gebärmutterschleimhaut und wird mit Menstruation abgestoßen.

 

Eizellenspende aus Solidarität?

Wenn eine Frau schwanger werden möchte, ihre Eizellen aber nicht verwendet werden können, bleibt oftmals nur eine Adoption oder eben die Teilnahme an einem Spendenprogramm. Wird die Teilnahme an einem Spendenprogramm in Erwägung gezogen, kommt die Frau auf eine Warteliste und muss auf eine Spenderin warten.

Die gespendeten Eizellen werden dann mit dem Sperma ihres Partners befruchtet und sie kann so ihr Wunschkind bekommen. Auf diese Weise kann die Frau ihr Kind bekommen, welches sie eben ohne diese Spende nie bekommen könnte.

Durch die Spende kann sie die Schwangerschaft und die gesamte Erfahrung einer Mutterschaft, den Schwangerschaftsprozess und schließlich die Geburt miterleben.

Die Spende ist ein rein solidarischer Akt, weil sie eben anonym, freiwillig und uneigennützig ist. Die Spenderin erwartet mit ihrer Abgabe keinerlei direkte Anerkennung oder gar eine Belohnung seitens der Empfängerin . Die Privatsphäre wird gewährleistet und geschützt, für Spenderin und Empfängerin. Niemand muss sich rechtfertigen.

Durch die Selbstlosigkeit bekommt die Spende einen kostenfreien Charakter, für die keine Entlohnung erwartet wird. Die Anforderung ist im Gesetz festgelegt. Somit werden finanzielle Interessen, Handel und Käuflichkeit von Eizellspenden in jedem Fall ausgeschlossen.

 

Quelle: www.klinikeugin.de

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Svenja Behrens
Ich bin Svenja Behrens, 30 Jahre alt und verheiratet. Ich bin ausgebildete Diplom TV und Radio Journalistin und Chefredakteurin des Müttermagazins. Vor meiner Ausbildung habe ich Germanistik und Sozialwissenschaften studiert und mich letztendlich als Online Redakteurin spezialisiert

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