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„Für eine Mutter ist ein Sohn niemals ein ausgewachsener Mann; und ein Sohn wird nie ein ausgewachsener Mann sein, bis er diese Tatsache nicht verstanden und akzeptiert hat.“- unbekannt

Es begann zuerst ganz langsam. Als sich die die Verbindung zwischen uns langsam löste, tat es höllisch weh.

Dann ging alles plötzlich ganz schnell. Zuerst gab es einen bestimmten Haarschnitt. Dazu kam der Motorroller, der Abschlusstanz der Tanzschule und ein paar Schnurrbarthaare. Mit den Schnurrbarthaaren kam eine neue Freundin. Diesmal war es etwas Ernstes.

Jeden weiteren Schritt, den er von mir wegging, fühlte ich in meinen Knochen, in meiner Seele – ein dumpfer Schmerz. Ich flehte meinen Jungen leise an, noch ein bisschen länger zu bleiben. Ich habe versucht ihn zu bestechen, damit er bleibt und ihn mit Speck Ei-Sandwiches und seinem Lieblingsessen gelockt. Aber weil jeder Sohn nunmal irgendwann gehen muss, machte auch er sich auf den Weg flügge zu werden. Und dann war er im Nu verschwunden.

Dieser letzte Schritt weg von mir war brutal. Er hat sich von mir gelöst, und jetzt ist da eine große Kluft wischen uns. Er ist jetzt ein Mann, und obwohl ich immer seine Mutter sein werde, ist zwischen uns nun ein leerer Raum. So soll es ja auch sein.

Es gibt weniger Umarmungen, weniger Gespräche, weniger gemeinsame Mahlzeiten. Er erzählt mir kaum noch, wohin er geht oder was er vorhat. Er braucht mich weniger, fragt mich weniger, bittet mich um weniger.

Er war noch nie der Typ, der viel redete…, aber mit ihr redet er jetzt irgendwie. Er erzählt ihr viel, da bin ich mir sicher. Von seinen Träumen, seinen Unsicherheiten, seinen Bedürfnissen. Er unternimmt Sachen mit ihr und macht Dinge für sie. Er schenkt ihr seine Liebe und Aufmerksamkeit. Und das ist auch genauso, wie es sein sollte. Ein liebevoller, umsorgender junger Mann, der die Frau, die er liebt, mit Großzügigkeit, Freundlichkeit und Respekt behandelt. Er ist genau so geworden, wie ich es mir erhofft habe. Genau diese Art von Mann, die ich mir immer gewünscht habe.

Dennoch tut ein bisschen weh. Trotz des Schmerzes, ist dieser Abnabelungsprozess doch  nur ein weiterer Teil des Mamaseins. Er braucht mich nicht mehr, und ich fühle mich ein wenig verloren. Wir sind machtlos, unsere Söhne davon abzuhalten, erwachsen zu werden und irgendwann auch zu gehen.

Die Bindung zwischen Mutter und Sohn kann so stark sein, dass sich dieser unvermeidliche Prozess des Loslassens fast wie Liebeskummer anfühlt. Es muss jedoch eine gewisse Trennung geben, bevor ein Junge wirklich ein Mann werden kann. Wenn wir uns wirklich Mühe geben, dann können wir diese Trennung auf die gleiche Weise überstehen, wie wir Liebeskummer überstanden haben, – mit Eiscreme, einigen schweren Seufzern und ein Bisschen extra Schlaf.

Ich vermisse meinen kleinen Jungen im blauen Pyjama, der nie wiederkommen wird. Ich erinnere mich daran, wie ich ihm die Harry-Potter-Bücher und die Chroniken von Narnia vorgelesen habe. Er war so konzentriert und so aufgeregt, als er zusammengerollt neben mir lag. Er war so niedlich, wenn er mit dem Kopf auf meiner Schulter einschlief. Er sah so unfassbar süß aus, wenn er auf dem Boden saß und Lego spielte. Er, in seinem Karneval-Kostüm. Er, wie er mit dem Hund, auf der Couch lag. Er, wie er sich auf dem Spielplatz mit anderen Kindern austobte. Er, mit schokoladenverschmierten Gesicht. Er, wie er vor seinem ersten Date stundenlang vor dem Spiegel stand und sich Tonnen von Gel in die Haare schmierte. Er, wie er das Fußball Turnier gewann.

Frag eine Mutter, woran sie sich erinnert, und du wirst bald herausfinden, dass sie sich an alles erinnert. Mütter erinnern sich an die Kämpfe und Triumphe ihrer Kinder, genauso wie an die Momente, die ihren Jungen in einen Mann verwandelten. Unsere Söhne ahnen nicht, wie viele Sorgen wir tatsächlich hatten. Unsere Söhne werden nie verstehen, was uns nachts wach gehalten hat.

Eine Mutter wird sich mit einem lachenden und einem weinenden Auge an den Moment erinnern, in dem sich ihr Sohn auf den Weg in sein eigenes Leben gemacht hat. Wenn das Auto  voll gepackt wurde und er in seine eigene Wohnung aufbrach. Wir erinnern uns daran, weil in diesem Moment, ein großer Teil unserer Arbeit erledigt war. Wir werden immer noch geliebt, aber wir sind nicht mehr so wichtig, wie wir es mal waren. Und oh, habe ich bereits erwähnt, dass es verdammt weh tut?

Eines Tages werde ich meinen kleinen Jungen vielleicht in seinem kleinen Jungen wieder erkennen. Dann wird er ein Vater sein. Das ist natürlich keine Selbstverständlichkeit. Wenn er keine Kinder bekommt, dann ist das auch in Ordnung. Solange, bis sich das alles ergeben wird, oder eben auch nicht, bin ich nur eine Mutter, die lediglich ein bisschen vor sich hin träumt

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