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Von Carolin aus Rösrath

Beim Durchblättern meiner Fotogalerie im Handy fiel mir auf, dass es unzählige Fotos meiner Kinder in allen erdenklichen Posen gibt. Es gibt einige Naturaufnahmen und Schnappschüsse und, seltsamerweise, eine Menge Bilder von einem Baum, den ich anscheinend ziemlich fototauglich fand, weil ich versucht habe, an ihm lehnend ein gutes Selfie von mir zu zaubern.

Allerdings gibt es nicht ein verdammtes Foto von mir.

Aber wenn ich möchte, dass meine Kinder wissen, dass sie tatsächlich mal eine Mutter hatten (und nicht nur eine Frau, die sie zufällig mit einer Haarbürste herumgejagt hat), dann sind Selfies anscheinend der einzige Weg, wie ich es in unser Familienalbum schaffe. Sie sind der einzige Weg, wie ich in Zukunft als aktiver Teilnehmer meines eigenen Lebens Erinnerungen schaffe. Ich möchte wirklich in der Kindheit meiner Kinder in irgendeiner greifbaren Form existieren, abgesehen von den Erinnerungen daran, dass ich diese komische Frau war, die die Arbeitsplatten abwischt und die sich manchmal im Badezimmer versteckt, um Schokolade zu essen.

Wenn ich jemanden bitte, ein Familienfoto von uns zu machen, wird das stets zu einer großen Sache. Das Augenrollen und Meckern beginnt. „Oh Gott, jemand bittet uns, fünf Sekunden lang an einem Ort stillzustehen und zu lächeln, das ist das Schlimmste, was uns je passiert ist.“ Es ist, als ob jeder, mit dem ich verwandt bin, anfängt, einen Wettbewerb zu veranstalten, um zu sehen, wer der größte Esel sein kann. Ich liebe sie, aber sie sind manchmal die nervigsten Menschen, die ich je getroffen habe.

Es geht also um Selfies.

Ich bin die ganze Zeit mit meinen Kindern zusammen, und doch gibt es kaum Bilder von uns gemeinsam, es sei denn, ich mache sie. Mütter neigen dazu, Gedächtniswärter und Erfahrungssammler zu sein. Wir sind diejenigen, die sagen: „Da erinnert ihr euch bestimmt dran, wenn ihr mal Kinder habt!“ Wir organisieren schließlich auch fast alles. Wir packen etwas zu essen ein und wir packen die Taschen für den großen Ausflug. Wir machen Ausflüge zu magischen Erlebnissen. Wir verdienen es also, mit auf diesem verdammten Bild zu sein.

Und ich hasse es, Selfies zu machen. Ich bin nicht gut darin und es fühlt sich seltsam an. Ich bin kein Teenie mehr. Ich verstehe Selfies nicht so ganz und ich denke, dass ich es meistens falsch mache. Schräg nach oben, unten, zur Seite? Filter? Ich bin alt und verwirrt, normalerweise ziele ich mit dem verdammten Telefon einfach irgendwie auf mein Gesicht und hoffe auf das Beste.

Also, bitte, macht ein Foto von mir, damit meine Kinder nicht denken, mein Gesicht sei so groß wie Bayern. Mach nur ein paar Bilder davon, wie unser wirkliches Leben zusammen aussieht, wie wir zusammen rumhängen und eine Familie sind. Heimliche Fotos. Ungestellte Fotos. Ungezwungende Fotos. Wie ich mit den Kindern kuschel, wie wir lachen, wir gemeinsam toben oder schwimmen. Ich verspreche, dass es mir in 20 Jahren egal sein wird, dass meine Haare nicht fertig gestyled waren und mein ungeschminktes Gesicht glänzend in die Kamera grinste.

Ich werde mich dann sehr freuen, ein Bild von mir selbst sehen zu können, das nicht von mir selbst gemacht wurde. Da bin ja ich. Ich war dabei. Ich hatte Spaß mit meinen Kindern. Ich existierte wirklich. Ich habe sie nicht nur angebrüllt, weil sie ihre neuen Klamotten bereits nach fünf Minuten eingesaut hatten. Ich war mehr als nur ein schwebender Kopf ganz vorne im Leben unserer Familie. Ich war aktiv mit dabei!

Ich weiß, dass ich nicht allein mit diesem Phänomen bin. In 20 Jahren werden alle unsere Kinder denken, dass wir ständig ein Telefon an unserem ausgestreckten Arm kleben hatten und immer zu sagten: „Mach doch bitte auch mal ein Foto von mir! Lass das und nimm deine Zunge wieder in den Mund, nein, hör mal auf damit, Lion!“

Lasst uns alle einfach ein Gelübde ablegen und und versprechen, mehr Fotos von uns Müttern zu machen, ja? Gegenseitig, wenn wir mit unseren Kindern z.B. auf dem Spielplatz sind. Denn wenn wir ehrlich sind, wir sind irgendwie schrecklich darin, Fotos von uns selbst zu machen.

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