A woman sitting alone and depressed
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VON MAJA BÖHLER

Auch wenn es selten vorkommt: Manchmal sterben Babys im Mutterleib. Eine Tragödie für die Eltern. Unsere Kolumnistin, die Hebamme, kann bis heute die »stille Geburt« des kleinen Felix nicht vergessen.

Hinweis: Der folgende Text schildert eine Totgeburt und kann auf Betroffene belastend und retraumatisierend wirken. 

Begonnen hatte der Nachtdienst sehr ruhig. In den Behandlungsräumen herrschte jene konzentrierte Stille, die ich zum Arbeiten so schätze. Es war gegen 22 Uhr, als Frau W. anrief. 38. Schwangerschaftswoche. Sie habe ein komisches Gefühl, das Kind strample nicht mehr. Es sei bestimmt falscher Alarm, sagte sie beschwichtigend, aber ob sie nicht trotzdem kurz vorbeischauen könne. 
 
Wenig später sah ich Frau W. mit ihrem Mann den Gang entlanglaufen. Ein schönes Paar, Anfang dreißig vielleicht, sie trug ein gelbes Sommerkleid und rote Ballerina. Mir fiel gleich auf, wie innig die beiden miteinander waren. In ihrer Hochzeitsnacht hätten sie das Kind gezeugt, ein Jungen, sollten sie mir später erzählen. Sie wollten ihn Felix nennen.
 

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