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Ein anonym eingereichter Gastbeitrag

Ich habe diesen Gastbeitrag als Brief an meine Tochter verfasst, weil ich glaube, dass es vielen Mamas so geht wie mir. Bei mir wurde vor zehn Jahren eine generalisierte Angststörung und zeitweise mittelschwere Depressionen diagnostiziert und dennoch war mein Wunsch immer, mal Mama zu werden. Diese Kombination ist nicht einfach und ich möchte allen betroffenen Mamas sagen: Ihr seid nicht alleine <3

Liebes Tochterkind,

Du schläfst gerade friedlich neben mir in deinem Bett und schnarchst leise vor dich hin. In unserem Schlafzimmer ist es ruhig, man hört nur das leise Surren deines Mobiles. In meinem Kopf jedoch ist es laut und chaotisch. Meine Gedanken fliegen durch meinen Kopf wie Gespenster durch ein Schloß.

Ich fühle die Angst durch meine Adern sausen. Ich möchte dir sagen, dass es mir leid tut, dass du so oft Zeuge dieser emotionalen Erdbeben meinerseits warst. Wir verbringen viel Zeit miteinander, ich wollte bewusst soviel Zeit wie möglich mit dir verbringen aber ich merke, dass ich dir nicht immer gerecht werde. Ich ertappe mich selbst beim Schimpfen, anstatt einfach zu lachen, ich kritisiere, anstatt zu akzeptieren, ich bin hart anstatt sanft. Und das verdienst du nicht. Du bist doch erst 3,5 Jahre alt. Es ist manchmal, als wärst du noch ein Baby, aber dann fühlt es sich so an, als würdest du bald Abitur machen, die Zeit rast….

Ich möchte nur, dass du weißt, dass, wenn du dich jemals an einen dieser Tage, an diese Momente erinnern wirst, dass es mir wirklich leid tut und dass ich etwas dagegen unternehmen werde. Dich trifft keine Schuld. Es ist mein eigener innerer Kampf, den ich schon lange vor deiner Geburt geführt habe, und den ich eigentlich längst nicht mehr führen will aber Angst ist wie ein Virus, der in deinem System hängen bleibt. Ich hoffe so, dass mein Verhalten deine Zukunft in keiner Weise beeinträchtigt, aber dann frage ich mich: Was ist, wenn doch?

Du bist immer um mich herum, du beobachtest mein Verhalten, erlebst meine Reaktionen…. das prägt. Ich hoffe von ganzem Herzen, dass jede Auswirkung, die mein Verhalten auf dich hatte, durch unsere Liebe aufgehoben wird. Ich hoffe, dass unser Vertrauen größer ist als meine Angst.

Ich möchte auch, dass du weißt, dass du perfekt bist und immer perfekt warst. Obwohl ich mich auf deine Eigenarten und Gewohnheiten erst einlassen musste, bist du ein wunderbarer kleiner Mensch mit vielen erstaunlichen Eigenschaften. Ich sollte mich nur darauf konzentrieren. Du bist ein kleines Genie. Du bist kreativ und phantasievoll und lustig und interessiert und mitfühlend und liebevoll und so besonders, und ich liebe dich mehr, als ich es mir jemals hätte vorstellen können.

Ich habe das Gefühl, dass unsere Körper immer noch magisch miteinander verbunden sind, denn wenn du Schmerzen hast, fühle ich sie auch und möchte sie dir sofort abnehmen. Wenn du traurig bist, will ich die Traurigkeit am liebsten sofort aus dir heraussaugen und dich wieder zum Lachen bringen. Du bist mein Baby, das Baby, von dem ich immer geträumt hatte. Du hast mich zur Mami gemacht und für dich will ich die beste Mami sein, die ich sein kann. Ich habe mich so oft wegen meines Verhaltens schuldig gefühlt und ich hoffe, dass du mir das nicht ewig vorhalten wirst. Ich werde diese Schuld mit ins Grab nehmen und ich stehe auch gerade dafür aber ich hoffe, dass wir das gemeinsam packen werden. Du und ich.

Ich würde dir gerne etwas mit auf deinen Weg geben: Wenn du dich jemals schuldig fühlst, dann sprich offen über deine Gefühle. Denn nur dadurch lässt der Druck nach. Schuldgefühle sind eine schreckliche, lähmende Sache, und wenn du sie irgendwie zum Abklingen bringen kannst, dann tu es.

Ich liebe dich von ganzem Herzen und ich weiß nicht, wie lange ich noch die Person bin, die ich eigentlich gar nicht sein will, aber ich werde alles dafür tun, um die Mami zu werden, die du von Herzen verdient hast.

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