Ein Gastartikel von Anna aus Koblenz.

Meine Scheidung brachte vor allen Dingen eines mit sich: Schuldgefühle, von denen ich nicht mal wusste, dass sie existieren. Freundinnen erzählten mir, dass ich trauern würde und das ich eine lange Zeit brauchen würde, um über alles hinweg zu kommen. Sie erzählten mir auch, dass ich bestimmt eine lange Zeit keinen klaren Gedanken mehr fassen könne.

Sie hatten so Recht.

Dieses Gefühlschaos kann man gar nicht richtig in Worte fassen.

Wenn man sich irgendwann für eine Trennung oder eine Scheidung entscheidet, dann ist das kein einfacher Schritt aber es ist allemal besser, als in einer Situation zu bleiben, in der man sich jeden Tag erneut quält und hilflos fühlt.

Mein Ex-Mann und ich haben lange an unserer Ehe gearbeitet – 7 lange Jahre lang. Wir beide fühlten uns dazu verpflichtet, zusammen bleiben zu müssen und so viel wie möglich der Kinderwillen an uns zu arbeiten, bis uns eines Tages klar wurde, dass es nichts mehr gibt, woran wir festhalten können.

Wir versuchten alles und wir scheiterten, versuchten es wieder und scheiterten erneut… Das Ganze ging so lange, bis wir einsehen mussten, dass es keine Rettung mehr für uns gibt. Als Eltern von drei Kindern fiel uns die Entscheidung besonders schwer.

Am schwersten fiel es uns, die Zeiten mit unseren Kindern unter uns aufzuteilen. Etwas, was sich früher noch so natürlich ergab, erforderte jetzt unser ganzes Herzblut. Wir verbrachten viele Stunden damit, über diese Tatsache zu weinen – gemeinsam und auch getrennt.

Manchmal tun wir das auch immer noch, dabei ist es jetzt schon über ein Jahr her, seitdem wir uns getrennt haben.
Das war nicht unser Plan. Der Plan war, zusammen zu bleiben, bis dass der Tod uns scheidet.

Wir waren noch nicht tot aber wir wussten, dass wenn wir nichts unternehmen würden, wir mehr Schaden anrichten würden, als wir hätten retten können.

Eines Nachts, als wir darüber sprachen, wie wir es unseren Kindern sagen sollten (wir hatten es schon viel zu lange aufgeschoben und es war an der Zeit), sagte ich: „Das wird unsere Kinder umbringen.“

Wir versuchten zu schlafen, das gelang uns natürlich nicht.

Die Tatsache es laut ausgesprochen zu haben, hielt uns weitere zwei Wochen davon ab, es den Kindern zu sagen. Obwohl wir wussten, dass ein weiteres Zusammenleben für alle Beteiligten nicht gut sein würde, hielten wir uns weiterhin bedeckt.

Natürlich will man in einer Ehe immer sein bestes geben. Der Liebe wegen, der gemeinsamen Zeit wegen. Wenn dir das alles nichts mehr gibt, dann stärken deine Kinder deine Willenskraft, sie sind deine Motivation und du denkst daran, es wenigstens für die Kinder schaffen zu können.

Du willst nicht, dass sie aus zerrütteten Verhältnissen kommen, aber das ist genau das, was passieren wird, wenn ihr zusammen bleibt und du und dein Partner unglücklich seid – dann kommen sie wirklich aus kaputten und zerrütteten Verhältnissen.

Kinder merken viel mehr, als wir glauben. Sie erkennen die fehlende Liebe in euren Gesichtern, wenn ihr aufeinander trefft. Sie merken, dass ihr nicht mehr dasselbe Bett teilt.  Sie werden Kommentare abgeben, wenn ihr aufhört, euch zu küssen und zu umarmen und euch gegenseitig: „Ich liebe dich“ zu sagen.

Sie spüren die Spannung, sie sehen die bösen Blicke und sie hören den Ton in euren Stimmen.

Sie saugen eure Traurigkeit, eure Wut und eure Unruhe in sich auf.

Sie wissen es.
Sie können das alles fühlen, aber ich kann dir aus Erfahrung sagen, dass Kinder viel belastbarer sind, als wir annehmen. Und weißt du, was viel schlimmer als die Scheidung ist? Viel schlimmer ist es, in einem Haus aufgewachsen zu sein, in dem sich zwei Menschen nicht ausstehen konnten und sie in einer Lüge gefangen gehalten worden sind. DAS ist grausam.

Sie wissen, dass ein Zusammenbleiben nur ihretwillen keine aufrichtige Lösung gewesen wäre. Es fühlt sich nicht echt an. Es fühlt sich an, als bringe man ein Opfer für die Kinder. Das ist nicht fair.

Letztlich hat die Entscheidung, von der ich dachte, dass sie meine Kinder brechen würden, unser aller Leben gerettet.

Der ganze, lange Prozess der Scheidung ist mit Traurigkeit und Schuld verbunden. Sehr viel Schuld und Trauer. Am Ende wünschen Kinder sich jedoch nichts sehnlicher, als glückliche Eltern zu haben, auch wenn das Tor zu diesem Glück bedeutet, dass einer von euch beiden ausziehen muss.

Es könnte eine Weile dauern, bis das Glück wiederkommt, aber es wird wiederkommen. Ich verspreche es dir, das wird es.

Am Ende seid ihr beide auch weiterhin die Eltern, die ihr immer schon wart, und indem ihr eine Partnerschaft aufgebt, die nicht mehr funktioniert, so macht ihr euren Kindern gleichzeitig ein Geschenk, welches ihr ihnen nicht gemacht hättet, wenn ihr weiterhin unglücklich zusammen geblieben wärt.

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