Stellt euch folgende Situation einmal vor: Es ist später Abend, das Kind liegt bereits seit Stunden im Bett. Ihr seid gerade dabei, es euch im Bett gemütlich zu machen, die Chipstüte links, die Fernbedienung rechts. Gerade als ihr versucht, eure Serie weiter zu schauen, hört ihr, dass das Kind einen schrecklichen Albtraum hat. Beim Betreten des Zimmers merkt ihr aber, dass es sich anscheinend nicht um einen „normalen“ Albtraum handelt, es ist viel schlimmer als das…… Das Kind ist komplett hysterisch und es nimmt auch seine Umgebung nicht wahr. Spooky. Es ist, als würde es eure Anwesenheit nicht einmal registrieren. Dann, scheinbar genauso schnell, wie es gekommen ist, ist es wieder vorbei und das Kind schläft wieder ein – scheinbar ohne zu registrieren, was da eigentlich gerade passiert ist. Erneut im Schlafzimmer angekommen ist an die Serie nicht mehr zu denken und ihr konsultiert Dr. Google. Was ist ein Nachtschreck? Und wie kann man einen Nachtschreck von normalen Albträumen unterscheiden? Wir klären das heute mal für euch auf (Ihr könnt uns später danken :-))

Ein sog. Nachtschreck kommt bei kleinen Kindern ziemlich häufig vor und unterscheidet sich tatsächlich von Albträumen. Um das vorweg zu nehmen: Macht euch keine Sorgen, das ist alles ganz normal.

Was also ist ein Nachschreck? 
Bei einem Nachtschreck handelt es sich in der Regel um kurze Phasen während des Schalfes, in denen das Kind von jetzt auf gleich furchtbar schreckhaft ist, laut und untröstlich weint oder schreit, dabei aber nicht wirklich bei Bewusstsein zu sein scheint.  Das kann schon echt alarmierend und furchteinflößend sein. Vielleicht tröstet dich die Gewissheit, dass der Nachtschreck bei 40 % aller Kinder vorkommt.

Wann tritt ein Nachtschreck auf?
Der Nachtschreck tritt normalerweise im ersten Drittel der Schlafenszeit auf. Unter der Tiefschlafphase kommt es kaum zu diesen Episoden.

Was ist der Unterschied zwischen einem Nachtschreck und einem Alptraum?
Als Eltern gerät man bei dem Anblick des hysterisch schreienden Kindes natürlich leicht in Panik und hält einen schlimmen Albtraum für einen Nachtschreck. Es gibt jedoch ein paar Möglichkeiten um die Situation schnell einschätzen und beurteilen zu können.

ALSO……

Albträume treten in der Regel erst ab der zweiten Hälfte der Nacht auf, im Gegensatz zum Nachtschreck, der in der ersten Hälfte stattfindet.
Dein Kind wird sich tendenziell an einen Albtraum erinnern können, an einen Nachtschreck jedoch nicht.

Wie sieht ein Nachtschreck aus?
Es gibt quasi verräterische Symptome für einen Nachtschreck. Hier kommen einige Erkennungsmerkmale, die euch dabei helfen können, eben einen solchen erkennen zu können:

  • Ein Nachtschreck beginnt oft mit einem lauten Schrei oder einem sehr lauten Kreischen (übrigens ist das der wahre Schreck für die Eltern).
  • Häufig sitzt das Kind mit weit aufgerissenen Augen senkrecht im Bett, das ist wahrlich kein schöner Anblick, wenn es einen unvorbereitet trifft.
  • Häufig tritt das Kind wild um sich. Es strampelt wie ein Zappelphilipp.
  • In der Regel ist das Kind nicht ansprechbar, man kann es nicht wirklich wecken. Wenn man es schafft, es wach zu bekommen, wirkt es unheimlich „benommen“.
  • Es gibt im Allgemeinen keine Möglichkeit, ein Kind inmitten eines Nachtschrecks trösten zu können. Es wehrt sich regelrecht gegen den Trost.
  • Häufig kommt das Schlafwandeln zum Nachtschreck dazu. Erschreckt euch also nicht, wenn das schreiende Kind plötzlich vor dem Kühlschrank steht.
  • Eltern erschrecken sich meist mehr als die Kinder vor diesem Szenario. Die Kids können sich am nächsten Tag meist gar nicht an den Horror der Nacht erinnern. Eltern hingegen bleibt insbesondere der erste Nachtschreck ein Leben lang im Kopf.

Was verursacht einen Nachtschreck bei Kleinkindern?
Laut neuster Erkenntnisse aus der Medizin können folgende Gründe für einen Nachtschreck sorgen.

Stress

Wenn das Kind einen besonders stressigen Tag hatte, kann sich das in der Nacht in Form eines Nachtschrecks äußern. Ehrlich gesagt, hatten wir alle schon einmal seltsame Träume in schwierigen, stressigen Zeiten, das macht also irgendwie Sinn.

Schlafmangel

Insbesondere Kleinkinder brauchen normalerweise zwischen 11 und 14 Stunden Schlaf. Wenn sich die Schlafgewohnheiten geändert haben (Kein Mittagsschlaf mehr etc), dann könnte das definitiv ein Grund sein.

Änderung der Routinen

Veränderungen innerhalb von Tages-Routinen können für kleine Kinder sehr anstrengend sein. Urlaub, Reisen, Veränderungen zu Hause – all diese Dinge könnten den Schlaf des Kindes beeinträchtigen und es so anfälliger für einen Nachtschreck machen.

Fieber

Dieser Punkt ist ziemlich selbsterklärend. Viele von uns haben Albträume, oder zumindest sehr intensive Träume, wenn wir krank sind und Fieber haben. Es macht also Sinn, dass Fieber einen Nachtschreck auslösen kann.

Was kann ich als Elternteil tun, wenn mein Kleinkind nachts schreit?

Zunächst nochmal: Der Anblick eines völlig aufgelösten Kindes mitten in der Nacht ist hart. Wenn dein Kind also mitten in der Nacht völlig hysterisch ist, dann kannst du zunächst schauen, ob es auf dich reagiert oder gar nach dir ruft. Oder wird das Schreien von einer Verwirrung und einem halbwachen Zustand begleitet?

Wenn du nun feststellst, dass dein Kind quasi „nur“ aus einem Albtraum aufgewacht ist, dann kannst du es trösten und erneut in den Schlaf begleiten. Wenn dein Kind jedoch einen Nachtschreck hat, dann ist die beste Vorgehensweise – so quälend es auch sein mag: Abwarten, was passiert. Der Versuch, es aufzuwecken, ist zum einen nicht einfach und außerdem wird es deinen Schatz nur zusätzlich verwirren. Ein Nachtschreck dauert normalerweise nur ein paar Minuten. Sobald er vorbei sind wird das Kind wieder normal und friedlich weiter schlafen, und der Nachtschreck wird für immer vergessen sein (zumindest für das Kind… für dich wie gesagt eher nicht).

Wann sollte ich einen Arzt aufsuchen?
Viele Eltern machen sich große Sorgen um ihr Kind, insbesondere dann, wenn es zu Episoden von mehreren Nachtschrecken kommt. Ihr müsst euch allerdings bewusst werden, dass diese Phasen wirklich ganz normal sind. Erst wenn das Kind sich vermehrt selbst im Schlaf verletzt und seine Entwicklung daunter leidet, solltet ihr mit eurem Kinderarzt sprechen.

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