Mother and daughter having quarrel at home.
Werbung

Drohungen, Bestechungen, Notlügen: Wenn Eltern nicht weiter wissen, greifen sie zu rigorosen Methoden. Diese 10 Dinge sollten Eltern lieber unterlassen.

 

Wenn-Dann-Methode anwenden

Wenn Müttern und Vätern mal die Puste ausgeht, dann greifen sie schnell zu der beliebten „Wenn-Dann-Methode“ – einer Art kleinen Erpressung mit Niveau. Wie sollen sie sich denn sonst helfen, wenn Argumente das Kind nicht überzeugen und das Kind sich nicht überreden lässt?

So rutscht den Eltern schon mal ein „Wenn du dein Zimmer nicht sofort aufräumst, darfst du heute nicht fernsehen!“ aus. Viele Eltern verteidigen die Wenn-Dann-Methode mit dem Argument, die Kinder würden dadurch Konsequenz lernen. In Wirklichkeit lernen Kinder Konsequenz aber schon im Alltag, wenn sie Zusammenhänge beobachten, erklärt die Psychoanalytikerin Dr. Dunja Voos. Wenn Wolken aufziehen, wird es regnen, wenn man Unsinn macht, wird Mama böse, wenn man was Schönes bastelt, freuen sich die Eltern etc.

Durch kleine Erpressungen entwickeln Kinder laut Voos häufig eine „versteckte Wut.“ Bei einem Satz wie „Wenn du heute lieb bist, darfst du heute Abend deinen Lieblingsfilm sehen“, weiß das Kind nicht richtig, was es damit anfangen soll – zudem seine Definition von „lieb sein“ vermutlich eine andere ist, als die der Eltern.

„Zudem geben wir dem Kind mit unserem „Wenn-dann-Satz“ zu verstehen, dass wir es lieben, wenn es die Bedingung „Liebsein“ erfüllt. Denn für das Kind ist es ein Zeichen der Liebe, wenn wir ihm erlauben, einen Film zu gucken, wenn wir ihm etwas kaufen oder ihm einen anderen Wunsch erfüllen“, schreibt Voos. Wenn das Kind es nun nicht schafft, den ganzen Tag lieb zu sein – was sehr wahrscheinlich und natürlich ist – fühlt es sich, als hätte es versagt. Und lässt die Mutter das Kind trotzdem abends seinen Lieblingsfilm gucken, fühlt sie sich wie eine schlechte Mutter – schließlich hat sie es nicht geschafft, konsequent zu sein.

Bei vielen Kindern mag die Wenn-Dann-Methode zwar wirken – doch nachhaltig wirksam ist sie nicht. Vermutlich wird der Konflikt spätestens in einer Woche erneut auf dem Plan stehen – von alleine räumt das Kind sein Zimmer in Zukunft sicher nicht auf. Dafür reicht die Wenn-Dann-Methode eben doch nicht aus.

Besser als Erpressung ist Kooperation. Das gibt dem Kind das Gefühl, dass es selbst entscheidet, was das „Richtige“ ist, das man tut. Wer an die freiwillige Hilfe des Kindes appelliert, fördert seinen menschlichen Instinkt, etwas zur Gemeinschaft beizutragen. Erpressungen bewirken das Gegenteil: Sie vermindern das natürliche Bedürfnis nach Kooperation. Stattdessen wird dem Kind irgendwann die Strafe egal sein. Dann verzichtet es eben auf das Fernsehen – um seine Integrität zu wahren. Wer nämlich bestraft wird, fühlt sich hilflos, traurig und wütend.

Experten raten: Mit dem Kind zu reden, ihm die „natürlichen“ Konsequenzen einer unangebrachten Handlung zu erklären, reicht völlig aus. „Wenn du mit dem Sand auf den Jungen schmeißt, tut es ihm in den Augen weh“, reicht Kindern als Erklärung aus – und fördert sogar die Entwicklung von Empathie beim Kind.

 

Hier weiterlesen

 

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.